Ronsdorfer Geschichte von 1850 bis 1874:

00.01.1850

Nach Ausscheiden seines Vaters wird Carl vom Baur Mitglied der Bergischen Handelskammer zu Lennep.

04.04.1850

Der Stadtrat beschließt, sich um die Beschaffung eines dritten Klassenraumes für die lutherische Schule zu bemühen. Nach Anhörung des Schulvorstandes wird ein Jahr später ein Raum im Haus neben dem lutherischen Pfarrhaus angemietet und ausgestattet. Damit ist die lutherische Schule dreiklassig.

10.12.1850

Laut Stadtratsprotokoll ist der Weg Ronsdorf – Remscheid bis zum Lenhartzhammer fertig gestellt. Das Teilstück bis zur Haddenbach wird in Kürze folgen.

00.00.1850

Gründung der Maschinenfabrik für Bandstühle Carl Lüdorf & Co.

00.00.1850

Der ehemalige katholische Pfarrer Caspar Wilhelm Wolff schreibt die „Geschichte der Stadt Ronsdorf“.

00.00.1850

Gründung einer „Privatsparkasse“ in Ronsdorf.

00.00.1850

In Ronsdorf gibt es 1.700 Bandwirker und Weber.

07.01.1851

Die Ronsdorfer Stadtverordneten beschließen, die Staatsstraße von Ronsdorf nach Lüttringhausen, soweit sie sich auf Ronsdorfer Gebiet befindet, als Gemeindestraße zu übernehmen.

01.04.1851

Das bisherige Ronsdorfer Postbüro wird in eine Postexpedition 1. Klasse umgewandelt. Die Geschäftsräume sind angemietet. Von 1854-1879 befindet sich das Postbüro im Hause der Wirtschaft Wolf am Marktplatz.

16.04.1851

Die Armenverwaltung bittet den Stadtrat, mit dem Apotheker Peters einen Vertrag abzuschließen, in dem für Medikamente, die an Arme ausgegeben werden, ein Rabatt von 25 Prozent gewährt wird. Nach erster Ablehnung und längeren Verhandlungen wird aber eine Vereinbarung über 17,5 Prozent Nachlass erzielt.

00.00.1851

Berufung von Friedrich Wilhelm Dresel zum Bürgermeister. Amtszeit bis 1856.

00.00.1851

Carl vom Baur vertritt die Ronsdorfer Bandindustrie in der Bergischen Handelskammer zu Lennep bis 1879. Zeitweise vertritt er die Handelskammer beim Allgemeinen deutschen Handelstag.

03.08.1852

Johannes Boreno wird Pfarrer der katholischen Gemeinde und amtiert bis 1858.

30.09.1852

Der Ronsdorfer Stadtrat beschließt die Schaffung einer höheren Gemeindelehranstalt.

11.10.1852

Der gewählte Ausschuss legt die Satzung der neu zu gründenden „höheren Bürgerschule“ vor. Sie ist sehr sorgfältig ausgearbeitet und bestimmt u.a., dass auch Kinder wirtschaftlich schwächerer Familien und Mädchen aufgenommen werden sollen. Das Schulgeld wird je nach Klasse zwischen 21 und 90 Mark fest gesetzt.

06.12.1852

Höhere Stadtschule, auch Ronsdorfer Rektoratschule genannt, als zweiklassige städtische Anstalt in gemieteten Räumen eröffnet, nachdem sie lange Jahre vorher als Privatschule bestanden hatte. Erster Lehrer ist O. Pfaffenbach. Die Stellvertretung für den fehlenden Direktor übernimmt Student Blomberg. 1930 wird sie dem Gymnasium Siegesstraße als Außenstelle angegliedert.

00.00.1852

Rektor Steup von der privaten Lateinschule verlässt Ronsdorf. Die Schule wird aufgelöst. Das gesamte Inventar wird vom Kuratorium der Lateinschule der neu gegründeten Rektoratschule unentgeltlich überlassen.

00.00.1852

In Ronsdorf laufen zwei Dampfmaschinen mit 4 PS.

00.00.1852

Gründung des Beerdigungsinstitutes Griese.

00.00.1852

Gründung des Geschäftes Hermann Trimpop, Kupferschmiederei und Apparatebau.

00.00.1852

Bänder aus Ronsdorf sind auf allen in- und ausländischen Markten bekannt und als Qualitätsware geschätzt.

10.01.1853

Zwischen den beiden evangelischen Kirchengemeinden werden nochmals Verhandlungen über den Zusammenschluss geführt und eine Reihe von Vereinbarungen getroffen. Letztlich wird die Fusion aber von der reformierten Repräsentation abgelehnt.

01.05.1853

Umzug der Rektoratschule in Räume bei P.E. von Hagen.

07.05.1853

Hugo Harnisch erwirbt die Ronsdorfer Hirsch-Apotheke. Wenig später wird er Mitglied der Ronsdorfer Sanitätskommission.

31.12.1853

Bürgermeister Dresel erlässt eine Verordnung, wonach alle in Ronsdorf tätigen Gesellen und Gehilfen, mit Ausnahme der Weber und Bandwirkergesellen, der als „Allgemeine Gesellenherberge“ bezeichneten Krankenanstalt beizutreten haben.

00.00.1853

Erster öffentlicher Auftritt des Männergesangvereins „Eintracht“ in Barmen.

00.00.1853

Ronsdorf hat 7.377 Einwohner, darunter sind 953 Katholiken und 18 Juden. Von der Gesamtzahl leben 4.116 in der Stadt selbst und 3.261 in der Honschaft. Es werden 515 Wohnhäuser, 413 Stallungen und 17 Fabriken gezählt.

00.00.1853

Von den im Kreis Lennep gezählten 454 Bandstühlen laufen alleine 393 in Ronsdorf.

00.00.1853

Die vom Baur’sche „Bänder-Manufaktur“ wird in das von Johann Bolckhaus erbaute Haus am Markt verlegt, das im Erbgang auf Carl Ferdinand vom Baur übergegangen ist. Der Firmenname lautet nun J.H. vom Baur Sohn.

00.00.1853

Durch einen plötzlichen Wechsel der Mode zu Samtbändern kommt die Ronsdorfer Bandindustrie im Laufe des Jahres zur Hälfte, Ende 1854 sogar zu vier Fünftel, zum Stillstand.

20.07.1854

Es wird beschlossen, für die Rektoratschule einen Rektor fest anzustellen.

01.10.1854

Dr. Fr. C. Laase aus Calau wird erster Rektor der Rektoratsschule, bleibt aber nur bis 1855.

28.12.1854

Beschluss des Stadtrates zum Bau eines eigenen Gebäudes für die höhere Stadtschule auf dem Grundstück Barmer Straße 4.

00.00.1854

Wilhelm Marcus wird Lehrer an der Heidter Schule.

00.00.1854

Die Rektoratschule zieht nochmals um und zwar in die Räume des Armenhauses.

05.01.1855

Die Witwe Anton Weber vermacht der lutherischen Gemeinde 2.054 Rthlrs. zum Bau eines Krankenhauses.

18.01.1855

Das Presbyterium der reformierten Gemeinde beschließt den Bau einer Kirche.

30.04.1855

Wahl des Siegfried Obermüller zum Lehrer der lutherischen Schule. Er bleibt bis 1857.

11.05.1855

Der Bau der Rektoratschule als zweiklassige Schule wird dem Unternehmer Peter Engelbert Platte übertragen.

08.07.1855

Genehmigung zum Bau des Roodekotten.

1850 Roodekotten

Der Roodekotten im Saalbachtal.

02.08.1855

Dr. Martin Krumm wird Rektor der Rektoratschule und amtiert bis 1860.

19.09.1855

Grundsteinlegung zur reformierten Kirche.

00.00.1855

Nach amtlicher Statistik hat Ronsdorf 7.486 Einwohner.

00.00.1855

Die katholische Kirche erhält einen Muttergottesaltar.

00.00.1855

Franz Müller wird Lehrer der katholischen Schule und amtiert bis 1894.

00.00.1855

Durch die Pariser Weltausstellung und den erneuten Wandel der Mode kommt die Anfang des Jahres noch stagnierende Bandindustrie so in Schwung, wie es zuvor noch nicht gewesen ist.

00.00.1855

Carl vom Baur setzt schon früh auf das Exportgeschäft. Geliefert wird nach England, Frankreich, Spanien und Italien. 1855 verstärkt sich der Export nach Nordamerika. New York wird Hauptstützpunkt des vom Baur’schen Exportgeschäftes.

00.00.1855

Gründung der Firma Robert Schulte, Fabrik für Feilkloben, Schraubstöcke etc.

08.04.1856

Einzug der Rektoratschule in das neue, eigene Gebäude. Eröffnung einer dritten Klasse.

1855 Rektoratsschule Scheidtstraße

Die Rektoratschule an der Scheidtstraße, heute J;ugendtreff.

18.08.1856

Bürgermeister Dresel nimmt seinen Abschied.

15.09.1856

Verleihung der Städteordnung für die Rheinprovinz vom 15.05.1856 an Ronsdorf.

10.10.1856

Wilhelm Friedrich Gericke aus Wermelskirchen wird Bürgermeister in Ronsdorf. Am 23.05.1868 wird er wieder gewählt und amtiert bis 1875.

00.00.1856

Gründung der Bandstuhlfabrik Peter Kaiser.

00.00.1856

Reparatur der Orgel in der lutherischen Kirche.

00.00.1856

Gründung der Konditorei Julius Fischer jr.

27.08.1857

Für die katholische Kirche werden drei Glocken angeschafft.

30.10.1857

Wegen der geringen Besoldung der Lehrer an der Rektoratschule kommt es zu einem häufigen Wechsel. Man beschließt daher, für die dritte Stelle eine Lehrerin einzustellen und ihr 50 Taler mehr als dem scheidenden Lehrer zu zahlen. Das Schulgeld wird zwischen 20 und 50 Prozent erhöht.

00.00.1857

Bau der Chaussee (Landstraße) von Elberfeld nach Lichtscheid 1857 bis 1869.

00.00.1857

Wahl von Friedrich Wilhelm Thoenes zum Lehrer der lutherischen Schule. Er bleibt bis 1903.

00.00.1857

Die Unterbringung der lutherischen Schule in zwei getrennten Gebäuden wirkt sich sehr nachteilig aus, weshalb die Kirchengemeinde mit der Stadt wegen des Baus einer neuen Schule verhandelt. Ein geeignetes Grundstück wird von der Kirchengemeinde für 720 Taler erworben und der Stadt zur Verfügung gestellt.

00.00.1857

Die Zahl der Steinbrüche in der Bürgermeisterei Ronsdorf hat sich auf acht erhöht.

00.00.1857

Der Ronsdorfer Bürgermeister beklagt sich beim Landrat in Lennep, dass immer mehr Verleger von der Hausbandwirkerei abrücken und eigene Produktionsstätten errichten.

00.00.1857

Die Weltwirtschaftskrise wirkt sich voll auf die Ronsdorfer Bandindustrie aus. Laut Bericht der Bergischen Handelskammer sind Ende 1857 wieder mehr als die Hälfte der Bandwirker arbeitslos. Für die Ronsdorfer ist die Krisenzeit ein Anstoß zum Einsatz technischer Neuerungen und zur Betriebsrationalisierung, um möglichst konkurrenzfähig zu bleiben.

Um 1858

Friedrich Schröder sen. eröffnet am Jägerhaus die Gastwirtschaft „Dreimädlerhaus“ (die offiziell nie so hieß, aber der Volksmund sprach ab 1937 davon), in der Fuhrleute einkehren und Pferde nach dem Aufstieg vom Blombacherbach über den Werbsiepen getränkt werden.

16.03.1858

Erteilung der Betriebserlaubnis für den neu erbauten Roodekotten im Saalbachtal.

11.04.1858

Engelbert Matthey und seine Ehefrau stiften der katholischen Kirche anlässlich ihrer Goldenen Hochzeit einen Hochaltar.

05.05.1858

Einweihung der Evangelisch-Reformierten Kirche.Sie wurde nach Plänen des Kölner Dombaumeisters Ernst Friedrich Zwirner aus Sandsteinquadern errichtet. Der Turm mit dem spitzen Helm wird auf dem Kirchenschiff von vier zierlichen Ecktürmchen flankiert. Der Innenraum ist als dreischiffige Kreuzgratgewölbehalle ausgebildet. Das Mittelschiff schließt mit hoher, halbkreisförmiger Nische ab, in der sich Kanzel und Altar befinden.

1850 Reformierte Kirche

Die reformierte Kirche von der Kniprodestraße aus gesehen.

28.08.1858

Um die finanzielle Situation der katholischen Gemeinde zu verbessern, wird die Einführung einer Kirchensteuer beschlossen.

29.10.1858

Der Antrag von Lehrer Gottbehüt auf Erweiterung der Schule Linde und Anstellung eines Gehilfen wird abgelehnt, obwohl die Schule von 151 Kindern besucht wird.

00.12.1858

Johann Heinrich Arens wird Pfarrer der katholischen Gemeinde und bleibt es bis 1867.

00.00.1858

Bau der oberen und unteren Lichtenplatzer Straße und damit Herstellung einer direkten Verbindung nach Heckinghausen.

00.00.1858

Die 1795 gegründete Branntwein-Brennerei Benninghoven, Rosenthal und Halbach wird formell aufgelöst. Johann Elias Benninghoven führt die bisherige Brennerei weiter, während die beiden anderen Teilhaber im Boekel eine neue Brennerei unter dem Namen Halbach & Co. oder Rosenthal & Halbach gründen. Rosenthal und Halbach trennen sich. Rosenthal zieht zur Remscheider Straße und Halbach betreibt die ursprüngliche Brennerei weiter.

00.00.1858

Die Rektoratschule erlebt einen ersten Tiefstand. Vorübergehend wird die dritte Klasse geschlossen.

00.00.1858

Lehrer Gottbehüt von der Schule Linde wird pensioniert. Nachfolger wird Friedrich Laßmann, der bis 1892 dort lehrt.

00.00.1858

Die erste Dampfmaschine in Ronsdorf wird beim Walzwerk Pfennig in Blombacherbach aufgestellt.

00.04.1859

Erweiterung der reformierten Schule durch Anbau eines Klassenraumes.

23.06.1859

Wilhelm August Dürholz vermacht der lutherischen Gemeinde ein Vermögen von 2.809 Rthlrs. 28 Sgr. zum Bau eines Krankenhauses.

00.00.1859

Aus dem Pickardskotten entsteht die Werkzeugfabrik und Gesenkschmiede Carl Döhl Söhne. Die Liste nennt die Webereien Hermann Nolzen und August Hoppe als Nutzer der Wasserkraft des Leyerbaches, außerdem wird ein Brauhaus, später mit Eiswerk, in der Remscheider Straße 59 erwähnt, die Ende des 19. Jahrhunderts von Fritz Zeitz im Gebäudekomplex an der „Hütte“ gegründet wurde. Später ist das Brauhaus von der Elberfelder Gesenberg-Brauerei übernommen worden, die den Zweigbetrieb nur als Niederlage betrieb.

1850 Hütte mit Brauerei Zeitz

Blick auf die Hütte“ mit der Brauerei Carl Zeitz.

00.00.1859

Gründung der Firma CADOS – Karl Döhl Söhne.

00.00.1859

Abriss des 1742 errichteten reformierten Kirch- und Schulhauses.

1859 Zeichnung ref. Schulhaus

Zeichnung des reformierten Kirch- und Schulhauses.

00.00.1859

Franz Müller wird Hauptlehrer der katholischen Schule, lehrt bis 1894.

11.07.1860

Gründung der Turngemeinde zu Ronsdorf, die sich später Deutsche Turnerschaft Ronsdorf 1860 nennt, im Lokal Abraham Mesenholl (später Meister) an der Remscheider Straße. In Coburg findet im gleichen Jahr das erste deutsche Turnfest statt.

16.07.1860

Erstes Turnabend der Turngemeinde zu Ronsdorf.

Um 1860

Erste Bandfabrik mit Dampfbetrieb.

Um 1860

Die Handelskammer in Remscheid bemüht sich um eine Eisenbahnanbindung an das Wuppertal.

00.00.1860

Es wird angestrebt, die Privatsparkasse in eine städtische Anstalt umzuwandeln.

00.00.1860

Dr. Krumm, Rektor der Rektoratschule, wird nach Krefeld berufen. Er verlässt Ronsdorf ohne Kündigung und Abschied. Nachfolger wird Ludwig Spies, der bis 1862 amtiert.

00.00.1860

Antrag des Elias Benninghoven im Böckel auf Erlaubnis zum Aufstellen einer Dampfkesselmaschine zum Betrieb von Mühle und Brennerei. Die Konzession wird erst 1874 an Ludwig Benninghoven jr. erteilt.

00.00.1860

Gründung der Bandstuhlfabrik Friedrich Dausend.

00.00.1860

Trotz der Entstehung erster Bandfabriken und damit der Zentralisierung der Arbeit bleibt die Bedeutung der Hausbandwirker und damit auch des Verlagswesens ungebrochen.

00.05.1861

Fertigstellung der dreiklassigen lutherischen Schule Bergstraße, heute Bandwirkerstraße. Die Baukosten betragen ca. 8.000 Thaler. Ab 1876 Evangelisches System I.

14.04.1861

Erstes Schauturnen der Turngemeinde zu Ronsdorf.

20.09.1861

Die Ronsdorfer Stadtverordneten beschließen den Bau eines Gaswerkes.

01.10.1861

Die lutherische Gemeinde kauft das alte Schulgebäude von der Stadt zurück.

23.10.1861

Die Regierung genehmigt den Bau eines Gaswerkes. Der Bauplatz – auf dem Grundstück steht heute die Fachschule – wird von Sebulon Rosenthal für 1.200 Taler erworben. Mit der technischen Leitung der Bauausführung wird Ingenieur Otto Kellner aus (Köln-) Deutz beauftragt.

00.00.1861

Gründung der Bandfabrik Carnap & Dürselen.

00.00.1861

Gründung der Bandfabrik Carnap & Sohn.

00.00.1861

Bedingt durch den amerikanischen Bürgerkrieg kommt es in der Ronsdorfer Bandindustrie zu einer wirtschaftlichen Rezession.

14.04.1862

Die Bauarbeiten für das Gaswerk werden an Johann August Käufer vergeben.

01.09.1862

Gründung der Werkzeug- und Maschinenfabrik Carl Bocklenberg Söhne. Der erste Betrieb befindet sich auf Erbschlö.

00.00.1862

Die Firma J.H. vom Baur Sohn errichtet ein eigenes Fabrikgebäude für Bandstühle, stellt jedoch nach 1870/1 wieder die eigene Produktion ein und bezieht die Ware weiter von Hausbandwirkern.

00.00.1862

Theodor Schiltz wird Rektor der Rektoratschule und bleibt es bis 1872.

00.00.1862

In den Jahren um 1862 gewinnt das Herrenhutband immer größere Beliebtheit und wird wegen der sorgfältigen Herstellung zu einem Ronsdorfer Spezialartikel. Neu hergestellt werden Mützenband und Schuhbänder.

00.00.1862

Neben einem Krammarkt und einem Bienenmarkt gibt es in Ronsdorf einen wöchentlichen Viktualienmarkt.

01.04.1863

Inbetriebnahme des ersten Ronsdorfer Gaswerkes.

11.08.1863

Eingemeindung der lutherischen Bewohner von Bökel in die lutherische Gemeinde Ronsdorf.

00.09.1863

Gründung des Ortsvereins Ronsdorf des ADAV durch Hugo Hillmann.

00.00.1863

In Ronsdorf gibt es sechs Dampfmaschinen mit zusammen 34 PS.

00.00.1863

Erwähnung einer Erbschloer Schützengesellschaft

22.05.1864

Ferdinand Lassalle (+1864) hält auf dem ersten Stiftungsfest des Allgemeinen Deutschen Arbeiter Vereins im Saal der Gaststätte Kimpel seine berühmte „Ronsdorfer Rede“

1865 Gaststätte Kimpel

Die Gaststätte Kimpel, später Meister in der Remscheider Straße.

11.06.1864

Beginn der Verhandlungen über den Bau einer Eisenbahnlinie von Rittershausen (Oberbarmen) nach Remscheid.

02.08.1864

Die Bauabrechnung für das Gaswerk ergibt Gesamtkosten von 29.591 Taler, zuzüglich 2.727 Taler für die Gasmesser.

00.11.1864

In der zu Ronsdorf gehörenden Schule Hammesberg werden 130 Kinder unterrichtet, ein Neubau ist unumgänglich. Im gleichen Jahr wird Otto Schulten als Lehrer eingestellt. und bleibt bis 1907.

00.00.1864

Wegen der hohen Kinderzahlen werden von den Gemeinden Ronsdorf und Lüttringhausen Überlegungen angestellt, im Raum Laaken eine weitere Schule zu errichten, da dort der Bevölkerungszuwachs durch die Firma Schlieper & Baum am größten ist. Auf Anfrage erklärt sich diese Firma bereit, sich an den Baukosten einer Schule finanziell zu beteiligen.

00.00.1864

Gründung der Bandstuhlfabrik P.A. Dunker

00.00.1864

Im „Verzeichnis der im Handelsgerichtsbezirk Elberfeld bestehenden Handelsfirmen“ sind ingesamt 51 Ronsdorfer Firmen eingetragen: 21 Handelsunternehmen in Eisen- und Stahlwaren, 17 Bandfabriken, 7 Manufakturwaren-Handlungen, 4 Kolonialwaren-Handlungen, 1 Branntwein-Brennerei, 1 Versicherungsagentur.

00.00.1864

Von 820 Band- und Webstühlen in Ronsdorf stehen 52 in Fabriken. Alle anderen werden in der Hausindustrie betrieben. Von den 1.600 Textilarbeitern sind 184 in Fabriken tätig. 12 Ronsdorfer Kaufleute befassen sich mit der Fabrikation und dem Vertrieb von Ronsdorfer Textilwaren.

00.00.1864

Die schwankende Beschäftigungslage und die Furcht vor der Konzentrierung der Produktion in den Fabriken lässt viele Ronsdorfer Hausbandwirker dem 1863 gegründeten Allgemeinen Arbeiterverein beitreten. Nach Barmen ist in Ronsdorf mit 523 Mitgliedern der zweitgröße Ortsverein.

18.01.1865

Erteilung der Konzession zum Bau der Eisenbahnstrecke Rittershausen (Oberbarmen) – Remscheid. Baubeginn. Ist im Frühjahr 1865

16.03.1865

Der Ronsdorfer Stadtrat bewilligt für den Bau der Eisenbahn Rittershausen (Oberbarmen) – Remscheid einen Zuschuss von 35.000 Taler, der später wegen der für Ronsdorf ungünstigen Trassenführung auf 25.000 Taler reduziert wird.

01.05.1865

Gründung der Seidenbandweberei Wilhelm Wagner.

00.00.1865

Nach Ende des Sezessionskrieges, der den Absatz in den USA stark beeinträchtigte und die Baumwollpreise in die Höhe trieb, setzt auf diesem Markt ein spürbarer Aufschwung ein.

00.00.1865

In Ronsdorf sind 176 Stühle für seidene und halbseidene Bänder, 15 Riementische für Schuhbänder und 846 Bandstühle in Betrieb.

00.00.1865

Gründung der Polsterei Adolf Hackenberg.

00.00.1866

Carl Julius Rosenkranz wird Lehrer an der Heidter Schule.

00.00.1866

Im Roodekotten wird eine 6 PS-Dampfmaschine aufgestellt.

11.06.1867

Die Freiwillige Feuerwehr Ronsdorf wird gegründet. Erster Hauptmann wird Theodor Weigand. .

14.06.1867

Der erste Ronsdorfer stirbt an der Cholera, die er von Elberfeld eingeschleppt hat. 19 weitere Todesopfer folgen.

14.09.1867

August Friedrich Kostka aus Trier erhält die Apotheken-Konzession in Ronsdorf und erwirbt die Hirsch-Apotheke, die nach seinem Tod am 02.06.1886 auf seine Frau und 1902 auf seinen Sohn Fritz übertragen wird.

09.10.1867

Verleihung des Stadtwappens durch den preußischen König Wilhelm I.

1860 Ronsdorfer Stdtwappen

Das Ronsdorfer Stadtwappen.

00.00.1867

Auf Erbschlö gibt es zwei Gastwirtschaften, die von Albert Matthey und Julius Obernyer (später Erbschlöer Hof) betrieben werden.

00.00.1867

Die Riemendreherei (Handbetrieb) wird eingestellt.

00.00.1867

Gründung des Dachdeckergeschäftes Gebrüder Franke.

01.06.1868

Einweihung des erweiterten katholischen Friedhofes.

24.08.1868

Polizeiliche Abnahme der Eisenbahnstrecke Rittershausen (Oberbarmen) – Remscheid.

01.09.1868

Feierliche Eröffnung der Eisenbahnstrecke Rittershausen (Oberbarmen) – Ronsdorf – Lennep – Remscheid. Am Staatsbahnhof Ronsdorf wird eine Posthalterei eingerichtet, die den Verkehr zwischen Postexpedition und Bahnhof sicherstellt. Das Kottsiepener Tal endete einst hinter dem Bahnhofsgelände, doch für den Bau der Eisenbahn wurde der obere Teil des Tales zwischen Nibelungenstraße und Lüttringhauser Straße (früher Blaffertsberger Straße) als Müllkippe genutzt und zugeschüttet.

1870 Ronsdorfer Bahnhof

Der Ronsdorfer Bahnhof.

29.11.1868

Ludwig Langen wird Pfarrer der katholischen Gemeinde und amtiert bis 1886.

00.00.1868

Gründung des „Allgemeinen Anzeigers für die Bürgermeisterei Ronsdorf und Lüttringhausen“, später „Ronsdorfer Zeitung“.

00.00.1868

Gründung der Bandfabrik Gustav Keller.

00.00.1868

Lehrer Melchior tritt in den Ruhestand.

00.00.1868

Peter Siebel wird Lehrer der reformierten Schule und bleibt es bis 1874.

00.00.1868

Bau der evangelischen Schule in Laaken.

1870 evgl. Schule Laaken

Die Evangelische Schule Laaken.

00.00.1868

Die reformierte Schule wird durch Aufstockung auf vier Klassen vergrößert.

1870 Schule-Barmer-Str

Die reformierte Schule nach Aufstockung des Anbaus
und damit Einrichtung einer vierten Klasse.

01.05.1869

Gründung des Bühnenbaubetriebes August Schnakenberg.

19.05.1869

Gründung der Färberei Heinrich Frickenhaus.

1870 Färberei Frickenhaus

Blick auf die Färberei Frickenhaus.

16.06.1869

Erstes Erscheinen der „Ronsdorfer Zeitung“.

06.09.1869

Gründung des Ronsdorfer Verschönerungsvereins. Zweck des Vereins ist es, mit Hilfe von freiwilligen Beiträgen und Spenden Verschönerungen im ganzen Bereich der Bürgermeisterei Ronsdorf durchzuführen. Erster Vorsitzender ist Dr. Künne.

28.10.1869

Hugo Kaulen in Ronsdorf geboren. Kaulen wird später als Ballonfahrer berühmt.

01.11.1869

Die einklassige Schule Laaken wird eingeweiht. Die Baukosten belaufen sich auf 4.018 Thlr., 28 Sgr. und 18 Pfg. Von der Schule Hammesberg werden 40 Kinder an die Schule Laaken überwiesen.

02.12.1869

Auf Antrag der Stadt Ronsdorf werden von der lutherischen Gemeinde die Vermächtnisse Dürholz und Weber an die Kommune zum Bau eines allgemeinen städtischen Krankenhauses überwiesen.

00.00.1869

Öffentlicher Streit zwischen Lehrerkollegium der Rektoratschule und Kuratorium. Das Kuratorium beanstandet die Qualität der Schule.

00.00.1869

Gründung der Spulenfabrik Ernst Grünrock.

00.00.1869

Die lutherische Schule wird durch einen Anbau auf vier Klassen vergrößert.

00.00.1869

Ludwig Rosenkranz wird Lehrer an der Heidter Schule.

00.00.1869

Carl Bocklenberg erwirbt das Grundstück Erbschlöer Straße/In der Krim.

00.00.1869

Der Kleinschmied Eduard Bremer eröffnet eine Werkzeugfabrik, doch erst 1892 wird das Unternehmen amtlich eingetragen.

00.00.1870

Erstmaliger Hinweis, dass die alte lutherische Schule teilweise als Katechisierstube, für Presbyteriumssitzungen und für andere gemeindliche Zusammenkünfte genutzt wird.

00.00.1870

Schon seit langem sind die angemieteten Räume der Schule Hammesberg nicht mehr ausreichend, doch der Bau eines eigenen Schulhauses wird immer wieder hinaus geschoben.

00.00.1870

Laut Adressbuch des Kreises Lennep von 1870 gibt es in der Bürgermeisterei Ronsdorf in den beiden Haupterwerbszweigen Band- und Eisenindustrie eine Anzahl Unternehmen. In der Bandindustrie und damit verbundenen Bereichen: 16 Bandwarenfabriken und -handlungen, 508 selbstständige Bandwirker, 7 Färbereien, 2 Appreteure. In der Eisenindustrie: 17 Eisen- und Stahlwarenfabriken und Eisenhandlungen, 1 Gelbgiesserei, 2 Hammerschmiede, 59 selbstständige Kleinschmiede, 1 Nagelschmied, 5 Schleifereien, 14 Schlossereien. Bemerkenswert ist, dass es 6 Branntwein-Brennereien gibt. Das Adressbuch des Kreises Lennep von 1870 enthält für Ronsdorf 1.272 Eintragungen. Davon sind 508 als Bandwirker und 50 Einwohner in angrenzenden Berufen tätig.

00.00.1870

Wegewärter Eduard Blombach betreibt am Jägerhaus eine Gastwirtschaft.

21.09.1871

Förmliche Konstituierung des „Socialdemokratischen Arbeitervereins“.

23.10.1871

Die drei Kirchengemeinden stellen der Stadt die Stiftung von G. Nierhaus in Höhe von 3.000 Talern zum Bau eines Altenheimes zur Verfügung.

00.00.1871

Die erste preußische Volkszählung ergibt eine Einwohnerzahl von 8.672.

00.00.1871

Die katholische Gemeinde hat 1.159 Gemeindeglieder.

00.00.1871

Die Firma Carl Bocklenberg Söhne errichtet eine neue Fabrikhalle und schafft gleichzeitig eine Dampfmaschine an.

1870 Zchng  Fabrik Bocklenberg

Zeichnung des Betriebes der Firma
Carl Bocklenberg Söhne an der Ecke
Erbschlöer Str. / In der Krim.

00.00.1871

Ronsdorf hat 8.646 Einwohner.

00.00.1871

Erste Erweiterung des lutherischen Friedhofes auf dem Heynenberg.durch Ankauf eines angrenzenden Grundstückes von Franz Kreitz.

05.-07.08.1872

Beim Schützenfest wird der Ronsdorfer Schützengesellschaft anläßlich ihres 125. Geburtstages von Kaiser Wilhelm II. eine Fahne verliehen.

00.00.1872

An der heutigen Bundesstraße 51 erwirbt die Stadt Ronsdorf ein Grundstück für den Bau einer Schule für den Bezirk Blombacherbach und Hammesberg. Wenig später muss auch die Schule Laaken vergrößert werden.

00.00.1872

Gründung der Färberei Hoppe, die bis 1972 existieren wird.

00.00.1872

Im Spätsommer wird der Ronsdorfer Baumeister Käufer beauftragt, einen Plan für ein massives Schulhaus in Blombacherbach zu erarbeiten.

00.00.1872

Dr. Meyer wird Rektor der Rektoratsschule und bleibt es bis 1875.

00.00.1872

Da die USA die Einfuhr von Bändern durch Schutzzölle zu Gunsten der eigenen Wirtschaft erschweren, gründet die J.H. vom Baur Sohn dort einen eigenen Betrieb. Die für die Ronsdorfer Fabrik angeschafften Bandstühle werden in den USA eingesetzt.

00.00.1872

Gründung der Bandstuhlschreinerei Ewald Hütz.

00.00.1872

Auf Wunsch seines Prokuristen Fritz Arntz finanziert der Bandfabrikant August Wilhelm Holthaus den Bau einer Kleinkinderschule an der heutigen Kniprodestraße. Das Haus soll gleichzeitig dem Evangelischen Jünglings- und Männerverein als Heim dienen und wird später als „Waterhüsken“ des CVJM bekannt.

1870 Waterhüsken

Dat „Waterhüsken“.

15.05.1873

Gründung des Männergesangvereins „Eintracht Langenhaus“. Hauptlehrer Robert Schulte übernimmt die musikalische Leitung bis 1901.

04.06.1873

Die Stadt Ronsdorf erteilt dem Bauunternehmer Schüller den Auftrag, für einen Betrag von 5.000 Thlr. auf der erworbenen Parzelle an der Privatchaussee der Firma Rittershaus und Bleckmann ein Schulhaus mit Lehrerwohnung zu errichten. Es soll spätestens am 01.04.1874 fertig gestellt sein.

00.06.1873

Gründung des Männerchores „Union“ durch neun junge Männer von Erbschlö. Der Schreinergeselle Fritz Steinberg sen. übernimmt die musikalische Leitung.

00.07.1873

Lehrer Stein wird Lehrer der Schule Laaken. und amtiert bis 1910.

00.00.1873

Baubeginn für das Ronsdorfer Krankenhaus. Fertigstellung 1875.

00.00.1873

Laut Bericht der Bergischen Handelskammer ist die Zahl der Bandstühle in Ronsdorf auf 1.206 gestiegen, wogegen sich die Riemendreherei ganz nach Barmen verlagert hat.

00.00.1873

Der reformierte Schulvorstand beschließt wegen der Überfüllung der reformierten Schule, keine lutherischen Kinder mehr zuzulassen.

16.01.1874

Die Stadtverordnetenversammlung beschließt, an der Holthauser Straße eine weitere evangelische Schule zu bauen. Das Grundstück wird von Wilhelm Kneip erworben.

01.04.1874

Gründung der Bandfabrik Carl Reinshagen und Heinrich Hüttenhoff, Vorgängerin der Kabelwerke Reinshagen, später Draka. Der Betrieb befand sich auf dem späteren (heutigen) Grundstück der Postfiliale.

25.04.1874

Einweihung der neuen Schule Hammesberg.

02.08.1874

Die Gemeinde Lüttringhausen mietet von Frau Wwe. Kratz am Graben ein Gebäude an, das zu Schulzwecken verwendet werden soll. Ehemals war dieses Gebäude ein Schleifkotten.

13.10.1874

Albert Böntgen wird anstelle des nach Barmen gewählten Peter Siebel Schulleiter der reformierten Schule und bleibt bis 1906.

09.11.1874

Das Schulgeld der Volksschulen, das bisher unterschiedlich war, wird durch Ratsbeschluss einheitlich auf 10 M. einschließlich „Vergütung für Heizung und Tinte“ festgesetzt.

18.11.1874

Baubeginn der evangelischen Volksschule Holthauser Straße, die 1876 fertiggestellt wird. Der Ronsdorfer Bauunternehmer Conrad Schüler hat den Auftrag erhalten. Nach der Zerstörung 1943 wird die Schule 1968 in Containerbauweise wieder aufgebaut und von der katholischen Grundschule bezogen.

1870 evgl. Schule Holthausen

Die Evangelische Schule Holthauser Straße.

00.00.1874

Gründung der Bandstuhlfabrik Ernst von Felbert.

00.00.1874

Erstes nachweisbares Kirchensiegel der katholischen Kirchengemeinde.

00.00.1874

Gründung des Geschäftes Joh. Von Hagen, Porzellan und Geschenkartikel.

1870 Geschäftshaus von Hagen

Das Geschäft des Johann von Hagen an der Ecke
Remscheider Straße / Lilienstraße.

00.00.1874

Elias Benninghoven erhält die Konzession zum Aufstellen einer Dampfmaschine, zum Betrieb der Mahlmühle und der Geräte der Branntwein-Brennerei.

1870 alte Stadtmühle

Die alte Stadtmühle nach Umbau und Einbau
einer Dampfmaschine durch Elias Benninghoven.

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