Ronsdorfer Geschichte von 1875 bis 1899:

01.04.1875

Das städtische Altenpflegeheim wird seiner Bestimmung übergeben.

04.07.1875

Große Gebietsbereinigung innerhalb der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinden: Scharpenacken, Conradswüste, Hammesberg, Erbschlö, Schmalenhof, Schirpkotten, Lohsiepen, Schmittenberg, Käshammer, Hofschaft Heidt, Stall, Rädchen, Echo, Hütte werden vom Kirchspiel Lüttringhausen nach Ronsdorf umgemeindet.

01.11.1875

Fertigstellung und Einweihung des Ronsdorfer Krankenhauses und Altenheimes. Baukosten: 106.820,73 Mark. Es bietet Platz für zehn Kranke und sechs alte Menschen.

1875 Ro. Krankenhaus

Das Städtisches Krankenhaus Ronsdorf.

02.12.1875

Wahl von Adolf Müller zum Bürgermeister.

00.00.1875

An der Schule Laaken wird ein Schulplatz hergerichtet.

00.00.1875

Dem Nachfragerückgang nach Bändern ab Mitte 1874 folgt ein kurzzeitiger Aufschwung.

00.00.1875

Herr Gravenhorst (Vorname nicht bekannt) wird Rektor der Rektoratsschule und lehrt bis 1879.

00.00.1875

Gründung der „Ronsdorfer Bank“.

26.02.1876

Amtseinführung von Bürgermeister Adolf Müller, der bis 1887 amtiert.

01.05.1876

Die Ronsdorfer Stadtverordneten beschließen eine Umorganisation des Schulwesens. Die bisherige lutherische Schule an der Bergstraße wird „Evangelisches System I“. Die Schule an der Barmer Straße wird als reformierte Schule aufgehoben und ist künftig „Evangelisches System II“. und die Schule an der Holthauser Straße wird „Evangelisches System III“.

07.07.1876

Beschluss zum Aufbau eines Klassenraumes auf die Schule Linde. Der Auftrag wird am 25.08.1876 dem Bauunternehmer H. Ernst Lange übertragen.

31.12.1876

Engelbert Wüster geboren. Er geht später als bekannter Heimatschriftsteller in die Ronsdorfer Geschichte ein. Gestorben 1944.

00.00.1876

Eröffnung der Schule Holthauser Straße mit drei Klassen als dritte evangelische Schule. Schulleiter wird Karl Hütz, der wahrscheinlich bis 1908 leitet.

00.00.1876

Gründung der Bandfabrik Holthaus nachm. Heinrich Nierhaus.

00.00.1876

Johann Wilhelm Tang wird Lehrer der Heidter Schule und bleibt es bis 1880. Während seiner Zeit wird die Vorderseite des Schulgebäudes verschiefert.

00.00.1876

Eröffnung des Fleicherei-Fachgeschäftes Thomas.

00.00.1876

In Ronsdorf gibt es drei Polizeibeamte.

24.10.1877

Laut Ratsbeschluss werden folgende Straßennamen vergeben: Mittelstraße, Marktstraße, Breitestraße, Holthauser Straße, Kneipsgasse, Barmer Straße, Monschaugasse, Kurfürstenstraße, Hochstraße, Bergstraße, Blombachstraße, Wilhelmstraße, Karlstraße, Theodorstraße, In der Krimm, Erbschlöer Straße, Lüttringhauser Straße, Bahnstraße, Kratkopfstraße, Franzstraße, Remscheider Straße, Friedrichstraße, Wiesenstraße, Färbereistraße, Staller Straße, Zandershöfe.

24.10.1877

Der Gemeinderat beschließt die Errichtung einer Städtischen Sparkasse.

19.11.1877

Durch Ratsbeschluss wird das Schulgeld für die Volksschulen abgeschafft.

00.00.1877

Gründung der Bühnenbaufirma Schnakenberg.

00.00.1877

Zweite Erweiterung des lutherischen Friedhofes auf dem Heynenberg.

29.01.1878

Lehrer Franz Müller wird Organist der katholischen Gemeinde.

03.06.1878

Gründung der Firma Carl Blombach, Eisen- und Stahlwaren-Großhandel.

1875 Briefkof Fa. Blombach

Der Briefkopf der Firma Carl Blombach.

00.00.1878

Da die Schule Laaken im Grenzgebiet zwischen Ronsdorf und Lüttringhausen liegt, wird sie von Kindern beider Gemeinden besucht. Aus diesem Grund gibt es eine Vereinbarung, wonach die Kosten der Schule nach der Kinderzahl aus beiden Gemeinden aufgeteilt werden. 1878 sind 54 Kinder aus Ronsdorf und 28 Kinder aus Lüttringhausen.

00.00.1878

Die Lage der Ronsdorfer Bandindustrie ist in den letzten Jahren äußerst wechselhaft. Im Seidenbandgeschäft wird das Jahr 1877 als eines der verlustreichsten angesehen.

21.01.1879

Die eingereichten Statuten für die neu zu gründende Städtische Sparkasse werden vom Oberpräsidenten der Rheinprovinz genehmigt.

31.01.1879

Einführung des so genannten „Elberfelder Armensystems“ und Einteilung der Stadt in 18 Bezirke mit je einem ehrenamtlichen Armenpfleger.

04.04.1879

Zum Vorsitzenden des Verwaltungsrates der neu zu gründenden Städtischen Sparkasse wird Friedrich Wilhelm Klein berufen. Mitglieder des Verwaltungsrates sind: August Wilhelm Holthaus, A. Schüssler, O., Unshelm, E. Widmayer, August Matthey, Sebulon Rosenthal, E. Gadermann und Sebulon Carnap.

19.05.1879

Da der Turmhelm der katholischen Kirche stark sanierungsbedürftig ist, genehmigt der „Königliche Kommissarius für die erzbischöfliche Vermögensverwaltung in der Diözese Köln“ die Erneuerung des Turmes. Der bisherige Turmhelm wird durch einen spitzen Helm ersetzt.

23.05.1879

An der Rektoratschule wird die Teilnahme am Lateinunterricht obligatorisch.

23.07.1879

Die von August Wilhelm Holthaus erbaute Kleinkinderschule an der Kniprodestraße wird von dessen Erben der Stadt Ronsdorf geschenkt.

05.08.1879

Der Mietvertrag für das Schulgebäude Graben wird verlängert.

01.10.1879

Aufhebung des Ronsdorfer Friedensgerichtsbezirks.

01.10.1879

Eröffnung der Städtischen Sparkasse Ronsdorf als Nachfolgeinstitut der Privatsparkasse. Soweit die Einlagen der Privatsparkasse nicht gekündigt wurden, sind diese von der neuen Institution übernommen worden und zwar mit rund 280.000 Mark. Die Geschäftsstelle befindet sich in den Privaträumen des Rendanten Otto Müller, Marktstraße 27. Geschäftszeiten sind donnerstags von 16 bis 18 Uhr.

01.10.1879

Anmietung größerer Räume für die Post und einer Dienstwohnung durch Postmeister Schubert im Hause des Kaufmanns Julius Faßbender am Markt. Die Jahresmiete beträgt 1.050 Mark, ab 1883 1.500 Mark.

00.00.1879

Mit dem Wechsel der deutschen Wirtschaftspolitik erlebt die Ronsdorfer Bandindustrie einen Aufschwung, der etwa ein Jahrzehnt anhalten soll.

00.00.1879

Lehrer Böntgen berichtet dem reformierten Schulvorstand, dass die Klasse der Schulanfänger mit 135 Kindern restlos überfüllt sei und dass die Klasse in zwei Gruppen geteilt werden müsse.

Um 1880

Auf einem Bauernhof auf Großhülsberg treffen sich regelmäßig einige Ronsdorfer Familien. In der Wohnung von Wilhelm Weygand lesen sie gemeinsam die Bibel und feiern das Abendmahl.

00.00.1880

Einige Ronsdorfer Familien besuchen regelmäßig die „Versammlung“ in der Barmer Albertstraße. In den folgenden Jahren entsteht eine so genannte „Stubenversammlung“, die schließlich zusammen mit der „Abendsmahlsgemeinschaft Ronsdorf“ – heute: Freie Evangelische Gemeinde – zwei Räume in der Bergstraße (heute: Bandwirkerstraße), mietet.

00.00.1880

Wegen Meinungsverschiedenheiten in biblischen Erkenntnisfragen trennen sich „Abendmahlsgemeinschaft“ und „Versammlung“.

00.00.1880

H. Osmers wird Rektor der Rektoratschule und bleibt nur kurze Zeit.

00.00.1880

W. Jörges wird Rektor der Rektoratschule und bleibt es bis 1889.

00.00.1880

H. Kraft wird Lehrer an der Heidter Schule und bleibt bis 1884.

00.00.1880

Die katholische Schule erhält einen Portalanbau.

00.00.1880

Es wird festgestellt, dass verstärkt Bandstühle mit mechanischem Antrieb versehen werden.

00.00.1880

Gründung des Geschäftes für Eisenwaren, Haus- und Küchengeräte C. Steinweg jr.

00.00.1880

Der östlich der lutherischen Kirche befindliche alte Friedhof wird an J.A. Käufer verkauft.

00.00.1880

Die Firma Carl Reinshagen, Heinrich Hüttenhoff, verlegt ihren Betrieb nach Barmen in die heutige Gewerbeschulstraße.

00.00.1880

Ronsdorf hat 9.560 Einwohner.

31.05.1881

Die Ronsdorfer Stadtverordnetenversammlung beschließt den Bau einer Volksschule an der Kratzkopfstraße. Das Grundstück wird von dem Färber Arnold Dicke erworben. Die Bauausführung wird dem Bauunternehmen H. Ernst Lange übertragen. Die Baukosten sollen 30.000 Mark betragen.

00.00.1881

Am Kratzkopf wird ein Steigerturm für die Übungen der Freiwilligen Feuerwehr errichtet, der aber schon 1892 durch einen Steigerturm an der Talsperrenstraße ersetzt wurde..

00.00.1881

Die Schule Hammesberg hat 103 Schüler.

00.00.1881

Wegen der großen Kinderzahlen muss die Schule Laaken Halbtagsbetrieb aufnehmen. Ein Teil der Kinder wird vormittags, ein anderer Teil nachmittags unterrichtet. Diese Regelung muss wechselweise mehrere Jahre beibehalten werden.

00.00.1881

Erweiterung der Firma Carl Bocklenberg Söhne.

04.05.1882

Nach der Feststellung der Stadtverordneten werden in den Ronsdorfer evangelischen Schulen in 14 Klassen 1.239 Kinder, also etwa 88 Kinder pro Klasse, betreut.

00.00.1882

Fertigstellung des zweiklassigen Neubaus der evangelischen Volksschule (Evangelisches System IV) Kratzkopfstraße. Der erste Lehrer kommt aus Lüttringhausen, heißt Heinrich Schütz und bleibt 26 Jahre lang bis 1908 Schulleiter.

00.00.1882

Die dritte Klasse der Rektoratschule wird wieder eröffnet.

00.00.1882

Gründung der Bandfabrik Friedrich Heynen.

00.00.1882

Gründung der Seidenbandweberei Gustav Wallbrecker.

00.00.1882

Gründung der Gärtnerei Paul Koeppe.

30.04.1883

Um ein eigenes Stadtbauamt zu sparen, wird ein Vertrag mit Kreisbauinspektor Bormann in Elberfeld geschlossen, wonach dieser als technisches Mitglied die Baukommission zu beraten hat.

00.07.1883

Gründung des Männerchores des Evangelischen Männer- und Jünglingsvereins. Erster Dirigent ist Hauptlehrer Heinzelmann von der Halbach.

06.09.1883

Gründung des ersten „Ronsdorfer Orchesters“. Die Übungsstunden werden zunächst in der „Wirkskammer“ eines der Musiker, später in der Wirtschaft Eller, Breite Straße, abgehalten.

00.00.1883

In das Produktionsprogramm der Firma Carl Reinshagen und Heinrich Hüttenhoff, werden umsponnene Gummifäden und Kupferdrähte aufgenommen.

00.00.1883

Im „Handels- und Gewerbs-Adressbuch des Deutschen Reiches“ sind unter Ronsdorf 14 Bandfabriken aufgeführt: vom Baur, Joh. Heinrich Sohn, Sebulon Carnap, J.S. Carnap & Sohn, P. Erbschloe, J.G. Friedrich, J. Fassbender, Rob. Kregeloh, Gustav Keller, Mohrhenn & Kreitz, H. Nierhaus, Isaak Rinke, Rich. Raukamp, Widmeyer & Schüssler. Außerdem sind 21 Eisenwarenfabriken bzw. Großhandlungen, sechs Hammerwerke und 1 Eisengießerei verzeichnet.

00.00.1883

An die Schule Kratzkopfstraße wird ein dritter Klassenraum angebaut.

00.03.1884

Pfarrer Gerhard Dürselen feiert sein 50-jähriges Jubiläum in der reformierten Kirchengemeinde.

08.07.1884

Gründung der „Aktiengesellschaft Ronsdorfer Badeanstalt“.

00.00.1884

Die reformierte Kirche erhält eine Turmuhr.

00.00.1884

Friedrich Neuhaus wird Lehrer an der Heidter Schule.

00.00.1884

Gründung des Männergesangvereins „Liederkranz“.

00.00.1884

Gründung des Evangelischen Jungfrauenvereins.

00.00.1884

Dritte Erweiterung des lutherischen Friedhofes auf dem Heynenberg. Erstmaliger Zugang zur Lüttringhauser Straße.

08.01.1885

Die beantragte Beteiligung der Stadt Ronsdorf an der Aktiengesellschaft „Ronsdorfer Badeanstalt“ mit 7.000 Mark Aktien wird abgelehnt.

15.05.1885

Eine von Bürgern gegründete Aktiengesellschaft nimmt eine Badeanstalt mit Schwimmhalle in Betrieb, die später von der Stadt gekauft wird.

1885 Ronsdorfer Badeanstalt

Die Ronsdorfer Badeanstalt.

28.08.1885

Der Stadtrat beschließt den Neubau einer dreiklassigen Schule nebst Lehrerwohnung an der Linde. Die alte Schule wird an Ferdinand Trimpop für 7.950 Mark verkauft.

01.11.1885

Der Ronsdorfer Verleger August Zilles gibt die „Ronsdorfer Volkszeitung“ heraus.

00.00.1885

Die Schülerzahl der Schule Hammesberg ist inzwischen auf 126 angestiegen.

00.00.1885

Die Schule Laaken erhält einen Anbau als zweiten Klassenraum, der am 01.01.1886 fertig gestellt wird.

00.00.1885

Pastor Gerhard Dürselen tritt in den Ruhestand.

00.00.1885

Emil Heinrich Roos wird zum Pastor der reformierten Gemeinde gewählt und amtiert bis 1900.

00.00.1885

Gründung des „Ronsdorfer Schwimmclubs“.

00.00.1885

Nach amtlicher Statistik hat Ronsdorf 10.516 Einwohner.

00.00.1885

Gründung des Baugeschäfts Gustav Brensing.

00.00.1885

Gründung der Mützenfabrik Peter Küpper („Codeba“) in der Krim; später größte Beamten-Mützenfabrik und Hauptlieferant für Armee- und Staatsbehörden.

1886 Küpper Mützenfabrik

Die Villa Küpper und die Mützenfabrik.

19.01.1886

Den Auftrag zum Neubau der Schule Linde erhält die Firma H. Ernst Lange zum Preis von 23.491,59 Mark.

26.05.1886

Laut Beschluss wird die Zahl der Stadtverordneten von 18 auf 24 erhöht.

01.06.1886

Gründung des Arbeitergesangvereins „Ronsdorfer Sängerbund“. Vereinslokal ist die Wirtschaft Fr. Göbel.

02.06.1886

Nachdem der Apotheker August Friedrich Kostka verstorben ist, erhält seine Witwe auf Antrag am 21.09.1886 die Erlaubnis, die Apotheke mit Verwaltern weiterzuführen, bis Sohn Fritz sie 1902 übernehmen kann.

27.06.1886

Pfarrer Müller tritt in den Ruhestand.

00.08.1886

Wahl von Johann Wilhelm van Randenborgh zum Pfarrer der lutherischen Gemeinde. Er amtiert bis 1893.

25.08.1886

Gründung des Ronsdorfer Turnerbundes durch Trennung von der Turn-

gemeinde: Turnstätte ist zunächst der Rheinische Hof, später der Ratskeller

00.00.1886

Gründung der Firma Wilhelm Marcus, Hersteller von Spulmaschinen, sowie Bau- und Reparaturschlosserei.

00.00.1886

Laut Jahresbericht der Handelskammer Lennep für 1886 sind in der Ronsdorfer Bandindustrie 16 Gasmotoren mit 31 PS registriert.

04.03.1887

Die Stadtverordneten beschließen den Bau einer zweiklassigen Schule am Echo als Ersatz für die Heidter Schule. Das Grundstück wird von Johann August Käufer erworben. Die Ausführung des Baues wird dem Unternehmer Benscheidt für 17.872,55 Mark übertragen.

23.07.1887

Der Ronsdorfer Pastor Gerhard Dürselen (geboren am 11.08.1808) stirbt in Elberfeld. Er wird auf dem reformierten Friedhof in Ronsdorf beigesetzt. Die Grabstätte ist heute noch erhalten. .

05.09.1887

Die Stadtverordneten beschließen, das Rathaus an das Fernsprechnetz anzuschließen.

19.09.1887

In einem Eingesandt an die Ronsdorfer Zeitung wird die Errichtung eines Denkmals zur Erinnerung an die Helden der Kriege 1864, 1866 und 1870/71 angeregt.

01.10.1887

In einer Zeitungsanzeige wird um Spenden für ein Denkmal auf dem Marktplatz gebeten.

00.00.1887

Antrag an den Rat der Stadt Ronsdorf, das Schulhaus auf dem Heidt zu verkaufen und zwischen Echo und Rädchen eine dreiklassige Schule zu bauen. Der Rat entschließt sich jedoch zunächst für zwei Klassen.

00.00.1887

Die Firma Reinshagen beginnt mit der Produktion von Telefonschnüren, die einen solchen Umfang annimmt, dass neue Spinn- und Flechtmaschinen speziell für diesen Produktionszweig angeschafft werden müssen. Heinrich Hüttenhoff scheidet aus der Firma aus, so dass Carl Reinshagen jetzt Alleininhaber ist.

00.00.1887

Die Kirchtreppe vom Markt zur lutherischen Kirche wird erneuert, da die alte, 1839 gebaute Treppe, baufällig geworden war. Fertigstellung im Oktober.

00.00.1887

Der Gesangverein „Eintracht“ feiert im großen Saal des Ronsdorfer Ratskeller sein 38jähriges Stiftungsfest.

00.00.1887

Gründung der Ronsdorf-Müngstener Eisenbahn Actiengesellschaft mit einem Grundkapital von 550.000 Mark.

00.00.1887

Friedrich Wilhelm Dörpfeld (08.03.1824-27.10.1893) kehrt nach seiner aktiven Lehrerzeit in Barmen-Wupperfeld nach Ronsdorf zurück. Seinen Lebensabend verbringt er bei seiner Tochter Anna Carnap, in einem kleinen Schieferhaus an der Kampstraße, heute Friedenshort.

00.00.1887

In Ronsdorf gibt es zwei Kirmestermine: Erster Montag und Dienstag im Juni. Montag und Dienstag nach dem 15. August in Holthausen.

00.00.1887

Die Einführung des jeweils im August stattfindenden Schützenfestes wird auf 1740 zurück datiert.

01.03.1888

Karl Richard Adolf Gerths wird Pfarrer der katholischen Gemeinde und bleibt es bis 1895.

26.06.1888

Gesuch der Aktiengesellschaft „Ronsdorfer Badeanstalt“ an den Landrat um Ermäßigung der Gebäudesteuer, da der 1885 aufgenommene Betrieb nur mit größter Anstrengung aufrecht erhalten werden könne.

13.10.1888

Eröffnung der Schule Echoer Straße als Nachfolgeeinrichtung der Heidter Schule. Die feierliche Einweihung erfolgt am 15.10.1888. Friedrich Neuhaus wird Hauptlehrer, Edmund Strutz 2. Lehrer (bis 1889). Nachfolger von Strutz wird Emil Staas. Um die Jahrhundertwende gibt es einen häufigen Lehrerwechsel.

1888 Schule Echoher Straße

Die Schule Echoer Straße.

01.11.1888

Am Allerheiligentag wird der vierte katholische Friedhof „An den Friedhöfen“, der bis in die Gegenwart genutzt wird, eingeweiht.

07.12.1888

Beschluß der Ronsdorfer Stadtverordneten, sich mit 180.000 Mark am Bau einer Schmalspurbahn nach Müngsten zu beteiligen.

10.12.1888

Das alte Schulgebäude auf dem Heidt wird vom Bandfabrikanten Johannes Sebulon Carnap für 4.500 Mark ersteigert, um es als Alterssitz für seinen Schwiegervater, den früheren Lehrer Friedrich Wilhelm Dörpfeld, herzurichten.

00.00.1888

Ronsdorfer Turner von der Turngemeinde und dem Turnerbund beantragen bei der Stadtverordnetenversammlung den Bau einer Turnhalle. Der Antrag wird abgelehnt.

00.00.1888

Reinhard Luckhaus eröffnet eine Bäckerei.

1888 Bächerei Luckhaus

Die Bäckerei Luckhaus an der Ecke Breite Straße / Holthauser Straße.

00.00.1888

Gründung der Staudengärtnerei Arends & Pfeiffer.

00.00.1888

Gründung der Bauschreinerei und Wringmaschinenfabrik F. W. Schwager.

12.02.1889

Gründung des „Bienenzuchtvereins Graben und Umgebung“. Vereinsheim ist der Grabener Hof.

01.04.1889

Das Postamt wird im Hause des Kaufmanns Faßbender räumlich erweitert. Die Jahresmiete beträgt 1.800 Mark.

30.04.1889

Beschluß zum Bau eines neuen Gaswerkes an der heutigen Gasstraße, da die Kapazität des ersten Gaswerkes nicht mehr ausreicht. Planung und Bauleitung werden dem Zivilingenieur Grahn in Koblenz übertragen.

02.06.1889

Die Evangelisch lutherische Gemeinde Ronsdorf feiert ihr 100-jähriges Bestehen.

00.07.1889

Gründung des Turnerbundes Blombacherbach.

18.07.1889

Gemäß Ratsbeschluss wird die Schule Kratzkopfstraße um einen vierten Klassenraum erweitert.

24.09.1889

Beschluss zum Bau einer dritten Klasse an der katholischen Schule.

30.09.1889

Die Aktiengesellschaft „Ronsdorfer Badeanstalt“ führt erneut gegenüber den Stadtverordneten Klage über ihre schwierige Situation.

23.10.1889

Einstellung von Anna Bönnecken an der Schule Linde. Damit hat die Schule erstmals eine zweite Lehrkraft.

18.11.1889

Erteilung der Konzession zum Bau der Schmalspurbahn Ronsdorf – Müngsten.

19.12.1889

Abschluß des Gesellschaftsvertrages der Aktiengesellschaft „Ronsdorf-Müngstener Eisenbahngesellschaft“ mit Sitz in Ronsdorf.

27.12.1889

Die Stadt Ronsdorf genehmigt der Aktiengesellschaft „Ronsdorfer Badeanstalt“ einen laufenden Zuschuß von jährlich 1.200 Mark.

27.12.1889

Beschluss zur Einstellung eines eigenen Stadtbaumeisters.

00.00.1889

Abbruch des alten Amtshauses (Barmer Straße 9).

00.00.1889

In Ronsdorf gibt es 28 Bandfabriken mit 389 Beschäftigten. In drei Bandstuhlschreinereien werden 76 und in vier Färbereien 36 Arbeiter beschäftigt. Damit sind mehr als 75 Prozent aller Ronsdorfer Arbeiter in der Textilindustrie und deren Nebenbereichen tätig.

00.00.1889

Gründung der Buch- und Steindruckerei Ernst Scholl

11.02.1890

Wahl von Leopold Zink zum Stadtbaumeister.

29.04.1890

Eintragung der „Aktiengesellschaft Ronsdorf-Müngstener Eisenbahn“ in das Gesellschaftsregister beim Amtsgericht Ronsdorf.

10.05.1890

Enthüllung des Zweikaiser-Denkmals auf dem Marktplatz. Das Denkmal zeigt die Figuren der Kaiser Wilhelm I. und Friedrich III. und wurde als Ehrenmal für die Gefallenen der Kriege von 1864, 1866 und 1870/71 errichtet.

1890 Enthüllung Kaiserdenkmal

Die Enthüllung des Zweikaiserdenkmals auf dem Marktplatz.

28.05.1890

Baubeginn der Kleineisenbahnstrecke Ronsdorf – Müngsten.

1890 Bau Bahnstrecke

Bauarbeiten an der Bahnstrecke
zwischen Geranienstraße und Erbschloer Straße.

15.06.1890

Das Generalvikariat des Erzbistums Köln bietet der katholischen Gemeinde St. Joseph 3.000 Mark zum Bau eines neuen Pfarrhauses an, das in Ronsdorf angenommen wird.

19.06.1890

Inbetriebnahme des neuen Gaswerkes an der Gasstraße.

30.07.1890

Der Plan zum Bau eines neuen Pfarrhauses der katholischen Pfarrgemeinde wird genehmigt.

24.11.1890

Auf Wunsch der Düsseldorfer Regierung beschließt die Ronsdorfer Stadtverordnetenversammlung den Anbau einer dritten Klasse an die Schule Echoer Straße und Anstellung einer Lehrerin.

00.00.1890

An der Linde wird ein Verein gegründet, der sich der Versorgung armer Leute mit Kohlen und Kartoffeln widmet. Aus ihm entwickelt sich der so genannte „Weihnachtsverein“, der die Weihnachtsfeiern der Schule Linde finanziert.

00.00.1890

Gründung des lutherischen Kirchenchores unter Hauptlehrer Thönes.

00.00.1890

Erweiterung der katholischen Schule durch Anbau eines Schulsaales. Die Schule ist jetzt dreiklassig.

00.00.1890

Gründung des „Männer-Turnvereins“ als Arbeitersportverein.

00.00.1890

Gründung der Werkzeugfirma Alfred Kratz & Söhne GmbH.

00.00.1890

Eröffnung der Eisenbahnstrecke Rittershausen (Oberbarmen) – Radevormwald.

00.00.1890

Johannes Sebulon Carnap errichtet an der Waldstraße (heute In der Krim) ein Haus, das später als Villa Carnap bekannt wird und in dem sein berühmter Sohn, der Philosoph und Mathematiker Rudolf Carnap 1891 das Licht der Welt erblickt. Auch Bürgermeister Otto Kreitz wohnte in diesem Ronsdorfer Schmuckstück.

1890 Villa Carnap

Die Villa Carnap an der Waldstraße, heute In der Krim.

00.00.1890

Die frühere Firma Carl Reinshagen und Heinrich Hüttenhoff ist im Adressbuch von Barmen mit „Carl Reinshagen, Fabrik für umsponnene Drähte für elektrische Apparate und Beleuchtung“ eingetragen.

00.00.1890

Nach amtlicher Statistik hat Ronsdorf 11.762 Einwohner.

01.04.1891

Die Ronsdorfer Post wird zum „Postamt 1. Klasse“ erhoben.

28.05.1891

Eröffnung der innerstädtischen Teilstrecke der Ronsdorf-Müngstener Eisenbahn vom Staatsbahnhof zum Stadtbahnhof (Länge 1,56 Kilometer).

1891 Stadt-Ronsdorfer bahnhof

Der Ronsdorfer Stadtbahnhof.

21.08.1891

Eröffnung der Teilstrecke der Ronsdorf-Müngstener Eisenbahn vom Stadtbahnhof nach Clarenbach (Länge 4,62 Kilometer).

16.11.1891

Eröffnung des letzten Teilstückes der Ronsdorf-Müngstener Eisenbahn zwischen Clarenbach und Müngsten (Länge 8,92 Kilometer) und entsprechende Einweihungsfeier.

00.00.1891

Der Philosoph und Mathematiker Rudolf Carnap erblickt das Licht der Welt.

00.00.1891

In der Schule Echoer Straße werden 212 Kinder in drei Klassen unterrichtet.

01.01.1892

Carl Trimpop gründet eine Kohlenhandlung in der Innenstadt. Er schließt mit der Deutschen Reichsbahn einen Rollfuhrvertrag für Stück- und Expressgut für den Bahnhof Ronsdorf ab. Das Büro befindet sich in einem Schieferhaus an der Lüttringhauser Straße 9.

14.01.1892

Die Stadt Ronsdorf erhält die Genehmigung zur Annahme von 25.000 Mark von Karl Ferdinand vom Baur zum Erwerb der Badeanstalt.

20.05.1892

Vertrag mit dem Justizfiskus zum Bau des Amtsgerichtes. Das Grundstück wird von dem Wirt Arnold erworben.

01.08.1892

Gründung des „Bergischen Turnvereins Ronsdorf-Graben“. Die Gründungsversammlung findet im Lokal von Friedrich Grund statt. Erster Vorsitzender wird Gustav Jaspers.

16.08.1892

Beschluß zur Übernahme der Badeanstalt durch die Stadt Ronsdorf.

08.09.1892

Beschluß zum Bau einer Seuchenbaracke für das Krankenhaus.

25.10.1892

Einrichtung einer gemeinsamen Gemeindeschwesternstation der lutherischen und reformierten Gemeinde.

00.00.1892 Eröffnung der Streckenverlängerung der Ronsdorf-Müngstener Eisenbahn von Müngsten zum Bergischen Elektrizitätswerk Grunenburg (Länge 0,5 Kilometer).
00.00.1892 Die freiwillige Feuerwehr erhält an der heutigen Talsperrenstraße ein Gerätehaus und einen Steigerturm,
00.00.1892 Mit insgesamt 10 Schülern erreicht die Rektoratsschule einen absoluten Tiefstand. Sie wird wieder Realschule. Der Lateinunterricht entfällt.
00.00.1892 Erweiterung des städtischen Krankenhauses.
00.00.1892 Um dem ständigen Preisdruck der Fabrikanten entgegen zu wirken, schließen sich die Hausbandwirker der Hauptorte der Heimatindustrie zum „Verband Bergischer Bandwirkermeister“ zusammen. Sitz des Verbandes ist Ronsdorf. Schon im Gründungsjahr tritt die erste Lohnliste mit Mindestlohnsätzen in Kraft. Etwa zur gleichen Zeit entsteht der „Deutsche Textilarbeiterverband“ als Vertretung der in den Textilfabriken tätigen Arbeiter.
00.00.1892 Mit Pensionierung des Hauptlehrers Laßmann wird Gustav Lüngen Hauptlehrer der Schule Linde und bleibt bis 1904.
00.00.1892 Gründung einer Fortbildungsschule als einer freiwilligen Einrichtung. Sie beginnt mit 40 Schülern und besteht bis zum Anfang des Ersten Weltkrieges (1914).
00.00.1892 Gründung des Schreibwarengeschäftes Georg Gümbel.
00.03.1893 Von der Ronsdorfer Turnerschaft wird ein Rundschreiben an die Ronsdorfer Bürger verfasst, mit der Bitte, die Bemühungen um eine Turnhalle zu unterstützen und einen zinslosen Betrag zu zeichnen. Die Turnvereine verpflichten sich zur jährlichen Amortisation. Der Aufruf führt zu einem beachtlichen Erfolg. Das aufgebrachte Geld reicht aber nicht aus, eine Turnhalle zu bauen.
20.07.1893 Die von der Ronsdorf-Müngstener Eisenbahn AG im Auftrag der Barmer Bergbahn AG gebaute Strecke Ronsdorf Ascheweg – Toelleturm ist fertig gestellt.
16.08.1893 Eröffnung des kaiserlichen Postamtes an der Lüttringhauser Straße.
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Kaiserliches Postamt in Ronsdorf
19.08.1893 Die Stadt Ronsdorf beteiligt sich zur Hälfte – mit 42.000 Mark – am Bau der Wupperbrücke in Blombacherbach
27.10.1893 Todestag von Friedrich Wilhelm Dörpfeld.
30.11.1893 Gemäß Ratsbeschluss werden folgende Straßennamen vergeben: Feldstraße, Dickestraße, Waldstraße, Weststraße, Staubenthaler Straße, Schützenstraße, Gasstraße.
00.00.1893 Bauunternehmer Ernst Lange errichtet in der Lüttringhauser Straße ein Gebäude, das speziell für die Post bestimmt ist. Die Post mietet das Gebäude zunächst für 15 Jahre und zu einer Jahresmiete von 6.850 Mark, erwirbt aber später Grundstück und Gebäude.
00.00.1893 Nochmalige Vergrößerung der Betriebsräume der Firma Carl Bocklenberg Söhne. Im wesentlichen werden Eisenteile für die Bandindustrie hergestellt.
00.00.1893 Bau eines neuen katholischen Pfarrhauses.
00.00.1893 Die Firma Carl Reinshagen nimmt die Produktion von Dynamokabel und Kuperspiralen auf. Ein Großteil der Produktion wird exportiert. In Kopenhagen wird das erste ausländische Auslieferungslager eingerichtet.
0000.1893 Die Zahl der Bandstühle in Ronsdorf hat sich weiter auf ca. 1.600 erhöht.
00.01.1894 In Abstimmung mit der Gemeinde Lüttringhausen beschließt die Stadt Ronsdorf den Ausbau der Schule in Laaken.
01.04.1894 Franz Müller, Lehrer der katholischen Schule, tritt in den Ruhestand.
10.01.1894 Aufnahme des Personenverkehrs zwischen Ronsdorfer Reichs- und Stadtbahnhof. Offizielle Eröffnung der Kleinbahnstrecke Ronsdorf-Ascheweg – Toelleturm. Die Strecke wird mit dampfbetriebenen Lokomotiven befahren.
08.04.1894 Erlass eines Gesetzes über die Einrichtung eines Amtsgerichtes in Ronsdorf.
00.07.1894 Die nochmalige Vorlage der Ronsdorfer Turner an die Stadtverordneten, eine Turnhalle zu bauen, wird mit Beschluss vom 17.12.1894 aus finanziellen Grünnden abgelehnt. In der Folgezeit nimmt sich der Vorsitzende der Ronsdorfer Turngemeinde, Johannes Benninghoven, der Sache an. Durch seine Vermittlung erklärt sich das spätere Ehrenmitglied Gustav Adolf Scheidt bereit, den Bau von Turnhalle und Spielplatz zu finanzieren, wobei die Turnvereine die Kosten für die Planierung des Spielplatzes übernehmen sollen. Die Planung übernimmt Stadtbaumeister Zink.
05.07.1894 Wahl von F.W. Heidemeyer zum Rektor der Rektoratschule. Die Einführung erfolgt am 19.09.1894. Unter seiner Leitung bekommt die Schule einen starken Auftrieb. Nachfolger von Heidemeyer wird um 1925 Otto Ritter.
30.11.1894 Nachdem seit einiger Zeit Mädchen die Rektoratschule nicht mehr besuchen konnten, wird dies ab Schuljahr 1895 wieder ermöglicht.
00.00.1894 Schon 21 % aller in Ronsdorf stehenden Bandstühle werden mechanisch angetrieben.
00.00.1894 Nachdem der Glockenturm der lutherischen Kirche wegen Baufälligkeit saniert worden ist, erhält er anstelle der flachen Turmhaube eine neue, hohe Spitze.
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Die lutherische Kirche mit dem neuen spitzen Turmhelm
00.00.1894 Wahl von August Witteborg zum Pfarrer der lutherischen Gemeinde. Er bleibt bis 1899.
00.00.1894 Gründung des „Reformierten Frauenvereins“, der heutigen Frauenhilfe.
01.02.1895 August Mock wird Hauptlehrer der katholischen Schule und amtiert bis 1908.
27.03.1895 Einstellung des ersten Stadtkassen-Rendanten (Verwaltungssekretär Böning) gemäß Beschluss vom 01.03.1895.
18.10.1895 In der Schule Laaken wird die zweite Klasse eingeweiht. Als Leiter der Schule wird ein Lehrer Stein genannt, der offensichtlich sich die Funktion bis 1911 inne hatte.
00.00.1895 Mit Schuljahresbeginn ist die Schülerzahl der Rektoratschule wieder auf 24 Knaben und 20 Mädchen angestiegen.
00.00.1895 30.07.1895 Beschluß des Stadtrates zum Bau eines Wasserwerkes.
00.00.1895 Die lutherische Kirchengemeinde hat ca. 9.300 Gemeindemitglieder.
00.00.1895 Die katholische Kirchengemeinde hat 1.645 Gemeindeglieder.
00.00.1895 Der Landrat des Kreises Lennep, Oberregierungsrat Koenigs, regt die Errichtung einer staatlichen Fachschule für Bandwirker mit Sitz in Ronsdorf an. Zweck der Schule soll sein, die Hausindustrie leistungsfähig zu erhalten.
00.00.1895 Der jüdische Bevölkerungsanteil Ronsdorfs erreicht mit 29 Personen seinen Höchststand. Bei einer Gesamteinwohnerzahl von 12.208 macht dies weniger als ein Viertel Prozent aus. Die Übersicht: 1.645 katholische Einwohner, 10.458 evangelische Einwohner, 29 jüdische Einwohner, 76 sonstige Einwohner.
01.01.1896 Peter Reinartz wird Pfarrer der katholischen Kirchengemeinde. Bis 1907
02.03.1896 Gründung des katholischen Kirchenchores „Cäcilia“. Erster Dirigent ist Hauptlehrer Mock. Vorsitzender ist Pfarrer Peter Reinartz.
01.04.1896 Das neue Gerichtsgebäude an der Erbschlöer Straße wird seiner Aufgabe übergeben. Gleichzeitig wird aufgrund der gesetzlichen Regelung das bisherige Friedensgericht in ein Amtsgericht umgewandelt..
05.05.1896 Gemäß Ministerialerlass II 6428 sollen in den Gemeinden Volksbibliotheken eingerichtet werden.
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Das Ronsdorfer Amtsgericht
25.05.1896 Bürgermeister Adolf Müller gestorben.
27.05.1896 Die Bandstuhlschreinerei Lüdorf in der Lüttringhauser Straße wird durch einen Brand total zerstört. Wegen der Enge wird die Schreinerei nicht mehr am alten Standort aufgebaut. Der neue Betrieb entsteht in der Geranienstraße
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Bandstuhlfabrik Lüdorf & Co. an der Geranienstraße
00.06.1896 Ronsdorfer und Lüttringhauser Fabrikanten und Bandwirkermeister bitten den Minister für Handel und Gewerbe, eine Bandwirkerfachschule in Ronsdorf einzurichten.
08.06.1896 Grundsteinlegung zum Bau der ersten Turnhalle an der Hochstraße (später Scheidtstraße genannt). Das Grundstück wurde durch Gustav Adolf Scheidt von Johann Elias Monhof für 9.000 Mark erworben. Mit der Bauausführung wird der Bauunternehmer Ernst Benscheidt beauftragt.
25.06.1896 Nach einer Besichtigung der Ronsdorfer Bandindustrie durch Beauftragte des Ministers für Handel und Gewerbe finden im Ronsdorfer Rathaus Verhandlungen über die Errichtung einer Bandwirkerfachschule statt.
30.06.1896 Der Antrag auf Errichtung einer Bandwirkerfachschule wird zum ersten mal in der Stadtverordnetensitzung behandelt. Hierbei wird beschlossen, der Staatsbehörde das Schulgebäude samt Einrichtung unentgeltlich zur Verfügung zu stellen und ein Drittel der laufenden Kosten zu übernehmen.
24.07.1896 Wahl von August Staas zum Bürgermeister.
08.08.1896 Für die von Gustav Adolf Scheidt gemachte Schenkung für die Turnhalle und für die Ferienspiele wird die Genehmigung der Regierung in Düsseldorf eingeholt.
25.08.1896 Gründung einer „Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht“ als Träger des Vereinshauses. Die Mitgliederschaft setzt sich zu Dreiviertel aus Mitgliedern des Evangelischen Jünglings- und Männervereins zusammen. Mit dem Bau wird die Firma Gustav Brensing beauftragt. Am 29.08.1896 erfolgt dann die Grundsteinlegung.
02.10.1896 Amtseinführung von Bürgermeister August Staas. Bei seinem Amtsantritt besteht die Verwaltung aus einem nicht beamteten Sekretär, drei Gehilfen und einem Lehrling.
06.11.1896 Der Stadtrat beschließt den Ankauf der für das Wasserwerk erforderlichen Grundstücke.
00.00.1896 Die Firma Marcus bezieht den neu erbauten Betrieb an der Echoer Straße.
08.02.1897 Als Standort der künftigen Banwirkerfachschule wird das Grundstück der ehemaligen Gasanstalt an der Remscheider Straße bestimmt.
11.01.1897 Gründung der „Artillerie-Kameradschaft“.
12.03.1897 Beschluss des Stadtrates zur Errichtung einer katholischen Schule in Blombacherbach.
24.03.1897 Beschlußfassung des Ronsdorfer Stadtrates zum Bau einer Talsperre.
14.04.1897 Beschluss zum Erwerb eines Grundstückes zum Bau der katholischen Schule Blombacherbach.
15.05.1897 Einweihung der ersten Ronsdorfer Turnhalle und des Spielplatzes auf dem ehemaligen Feld von Johann Elias Monhof an der Hochstraße.das von Gustav Adolf Scheidt für diesen Zweck erworben wurde..Die Turnhalle ist eine Stiftung Scheidts an die Stadt Ronsdorf. Die Turngemeinde und spätere Deutsche Turnerschaft von 1860 findet dort ein Domizil. Außerdem bekommt der Schulsport eine angemessene Übungsstätte. Beim Festakt wirkt der Männergesangverein Eintracht mit.
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Turnhalle an der Hochstraße – heute Scheidtstraße
15.05.1897 Anlässlich der Einweihung der Turnhalle an der Hochstraße erfolgt die Verleihung der Ehrenbürgerwürde an Gustav Adolf Scheidt (1827-1908). Die Hochstraße wird später nach ihm benannt.
28.05.1897 Der Ronsdorfer Stadtrat verkauft mit Verlust seine Anteile an der Ronsdorf-Müngstener Eisenbahn AG an die Westdeutsche Eisenbahngesellschaft in Köln.
18.06.1897 Beschluss des Ronsdorfer Stadtrates über den Anbau einer vierten Klasse an die Schule Echoer Straße, da die Kinderzahl auf 234 angewachsen ist.
08.07.1897 Für den Bau der katholischen Schule Blombacherbach/Eschensiepen werden 22.000 Mark bewilligt. Das Grundstück wird von August Wüster auf Scharpenacken für 2.700 Mark erworben.
22.07.1897 Eröffnung des elektrischen Fahrbetriebes von Toelleturm nach Ronsdorf Ascheweg durch die Barmer Bergbahn AG.
29.07.1897 Gemäß Brief des Landrates zu Lennep sind auf seine Anregung hin vom Regierungspräsidenten 150 Mark zur Gründung einer Volksbibliothek in Ronsdorf bereit gestellt worden. Außerdem soll Ronsdorf zur Erstausstattung eine genau beschriebene Stammbibliothek des Christlichen Zeitschriftenvereins Berlin erhalten. Über die Gründung der Bibliothek und die Verwendung des Geldes soll bis 20.12.1897 berichtet werden.
11.08.1897 Einweihung des Vereinshauses (später Dürselenhaus) durch den Verein für Innere Mission. Das Gebäude wird beim Luftangriff 1943 zerstört und nach dem Krieg wieder aufgebaut. Es erhält den Namen „Dürselenhaus“
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Evangelisches Vereinshaus, nach Zerstörung und Wiederaufbau erhält es den Namen Dürselenhaus
18.12.1897 Pfarrer Peter Reinartz von der katholischen Gemeinde Ronsdorf wird zum Lokalschulinspektor für die katholische Schule Eschensiepen / Blombacherbach ernannt.
00.00.1897 Nach einem Brand an der Linde gründen achtzehn Männer der Ortschaft Erbschlö eine Freiwillige Feuerwehr. Erster Einheitsführer ist August Matthey.
00.00.1897 Zwischen dem Handelsministerium und der Stadt Ronsdorf wird über die bauliche Ausführung der Bandwirkerfachschule verhandelt.
00.00.1897 Wwe. Scheidt macht dem Ronsdorfer Krankenhaus eine Schenkung von 20.000 Mark.
08.01.1898 Ausschreibung der Lehrerstelle für die katholische Schule Blombacherbach.
 18.02.1898  Übernahme der Ronsdorf-Müngstener Eisenbahn Actiengesellschaft durch die Westdeutsche Eisenbahngesellschaft in Köln. Das frühere Verwaltungsgebäude der RME am Stadtbahnhof wird Bahnamt.
 24.02.1898  Beschluß zum Bau eines Elektrizitätswerkes. Nach dem Plan von Direktor Döpke aus Dortmund belaufen sich die Kosten auf 190.000 Mark.
 17.03.1898  Erwerb des Grundstückes zum Bau der Talsperre im Saalbachtal.
 31.03.1898  Baubeginn an der Staumauer der künftigen Talsperre im Saalbachtal.
 01.04.1898  Sekretär Neveling wird als erster Stadtsekretär mit Beamteneigenschaften eingestellt.
 06.04.1898  Die Maurer- und Zimmerarbeiten für die Bandwirkerfachschule werden dem Bauunternehmer Benscheidt übertragen. Mit den Schreinerarbeiten wird am 14.07.1898 die Firma H. Ernst Lange beauftragt.
 14.04.1898  Ankauf des Grundstückes für das Elektrizitätswerk von Carl Reinshagen für 9.000 Mark.
 21.05.1898  Ernennung von Hermann Weyer zum Lehrer der katholischen Schule Blombacherbach.
 03.07.1898  Lehrer Stein feiert sein 25-jähriges Jubiläum an der Schule Laaken. Zu diesem Termin hat die Schule 147 Schülerinnen und Schüler.
 14.07.1898  Vergabe des Auftrages zum Bau des Elektrizitätswerkes an die Elektrizitäts-AG Union in Berlin. Die Maurer- und Zimmerarbeiten werden der Firma Gustav Brensing übertragen.
 16.07.1898  Grundsteinlegung zur preußischen Bandwirkerfachschule
 16.07.1898  Grundsteinlegung für Talsperre und Wasserwerk.
 24.08.1898  Die reformierte Kirchengemeinde errichtet neben dem Pfarrhaus an der Kurfürstenstraße ein Gemeindehaus, das feierlich in Benutzung genommen wird.
 01.09.1898  Einweihung der katholischen Schule Blombacherbach. Zum Schulbezirk gehören die Ortschaften Blombacherbach, Conradswüste, Eschensiepen, Hammesberg, Jägerhaus, Kastenberg, Kupferhammer, Laaken, Laakerhammer, Marscheid, Marscheider Bach, Scharpenacken, Werbsiepen. Der neuen Schule werden von der Schule Laaken 36 katholische Kinder überwiesen.
 01.10.1898  Gründung der Freien Evangelischen Gemeinde Ronsdorf, nachdem sich Frauen und Männer der „Abendmahlsgemeinschaft Ronsdorf“ bereits in den 1870er Jahren zum Bibellesen und Beten auf einem kleinen Bauernhof in Hülsberg getroffen hatten.
 01.10.1898  Als zweiter beamteter Sekretär wird ein Polizeisekretär eingestellt.
 06.10.1898  Vertrag des Stadtrates der Stadt Ronsdorf mit der „Continentale Gesellschaft“ zum Bau und Betrieb einer elektrischen Straßenbahn von Elberfeld nach Ronsdorf. Die Gesellschaft führt den Vertrag nicht aus. Anschlußverhandlungen werden mit der Tochtergesellschaft „Bergische Kleinbahnen AG“ geführt.
 06.10.1898  Der Rat der Stadt Ronsdorf beschließt, sich am Bau einer Lungenheilstätte durch den „Bergischen Verein für Gemeinwohl“ zu beteiligen.
 01.11.1898  Am Allerheiligentag wird der vierte katholische Friedhof, An den Friedhöfen, eingeweiht.
 01.12.1898  Zum Leiter der neuen Bandwirkerfachschule wird Webelehrer Hugo Paur aus Spahlitz in Schlesien ernannt. Er bleibt bis 1907. Ihm zur Seite werden verschiedene haupt- und nebenamtliche Lehrkräfte gestellt. Die Schule bietet Tages-, Abend- und Sonntagskurse an.
 00.00.1898  Gründung der Firma Joh. Rauner, Rietmacherei und Webutensilienfabrik.
 00.00.1898  Die Schule Echoer Straße erhält einen vierten Klassenraum.
 00.00.1898  Gründung der Ronsdorfer Ziegelwerke durch die Gebrüder Hogarten. Das Werk mit Gleisanschluss befindet sich in unmittelbarer Nähe des Ronsdorfer Bahnhofes. Heute Standort der Kabelwerke Draka, ehemals Reinshagen.
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Ronsdorfer Ziegelwerke
 00.00.1898  Die „Versammlung“, wie sie auch in Ronsdorf allgemein genannt wird, mietet in der Breitestraße ein Ladenlokal als Versammlungsraum an. Wann der Versammlungsraum wieder aufgegeben wurde, ist nicht bekannt.
 00.00.1898  Die Lutherische Kirchengemeinde errichtet auf dem Friedhof an der Lüttringhauser Straße eine Kapelle, die bis 2007 genutzt wird.
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Lutherische Friedhofskapelle
 00.02.1899  Bürgermeister Staas beruft eine Besprechung ein, zu der Sanitätsrat Dr. Fues und die Vorsitzenden der Krieger- und Sportvereine geladen sind. Zweck der Besprechung ist die Gründung einer Sanitätskolonne.
 01.04.1899  Gründung der Zwieback- und Brezelbäckerei Albert Stursberg.
 04.04.1899  Das Elektrizitätswerk nimmt seinen Betrieb auf und wird am 17.05.1899 offiziell eingeweiht.
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Ronsdorfer Elektrizitätswerk
 10.04.1899  Ab 01.05.1899 wird der Kathechiersaal der lutherischen Gemeinde als fünfter Klassenraum der Schule Bergstraße – System I – angemietet.
 17.05.1899  Einweihung des Elektrizitätswerkes und der Preußische Bandwirkerfachschule an der Remscheider Straße. Bis 1914 werden 675 Schülerin Werkführer- und Meisterkursen ausgebildet.
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Bandwirker-Fachschule
 06.07.1899  Wahl eines Straßenmeisters.
 10.08 .1899  Gründungsversammlung der „Freiwilligen Sanitätskolonne vom Roten Kreuz Ronsdorf“ im Restaurant „Kaisergarten“. Als Gründungsdatum wird der 01.10.1899 festgesetzt. Die ärztliche Leitung übernimmt Sanitätsrat Dr. Fues und amtiert bis 1903. Kolonnenführer wird Louis Ried (1899-1931).
 01.09.1899  Gründung des „Ronsdorfer Bauvereins“.
 12.10.1899  Der ärztliche Leiter der Freiwilligen Sanitätskolonne vom Roten Kreuz Ronsdorf, Sanitätsrat Dr. Flues, beginnt mit 26 Männern den Erste-Hilfe-Unterricht. Erster Kolonnenführer ist Louis Ried.
 12.10.1899  Umbenennung der Staller- in Talsperrenstraße und der Hofschaften Grünenplatz, Neuenhaus und Tannenbaum in Linde.
 01.11.1899  Übernahme des Elektrizitätswerkes durch die Stadt. Gesamtkosten: 258.000 Mark.
  10.11.1899  Gemäß Ratsbeschluss werden folgende Straßennamen vergeben: Rädchenstraße, Echoer Straße, Heidter Straße.
 11.11.1899  Einweihung der Ronsdorfer Talsperre. Sie hat eine Stauhöhe von 19,26 Metern, eine Staufläche von 40.000 Quadratmetern und ein Fassungsvermögen von 300.000 Kubikmetern.
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„Gruß von der Ronsdorfer Talsperre“
Das Bild zeigt die Talsperre, die Pumpstation, den
Wasserturm und den heute noch bestehenden Springbrunnen.
 00.12.1899  Nachdem die Einrichtung einer Volksbibliothek in Ronsdorf zunächst verzögert wurde, meldet die Stadt Ronsdorf jetzt dem Landratsamt in Lennep, dass die Volksbibliothek gegründet ist. Erster Leiter ist Hauptlehrer Schütz. Die Tätigkeit des Bibliotheksleiters ist nebenamtlich. Untergebracht ist die Bibliothek in der Fortbildungsschule im Gebäude der Fachschule. Der anfängliche Buchbestand ist 353 Bände.
 00.12.1899  In Ronsdorf sind rund 2.000 Bandstühle, beispielsweise in Hausbandwirkereien, eingesetzt. Es laufen 88 Gas- und 45 Elektromotoren.
 00.12.1899  Pastor Witteborg verlässt die Ronsdorfer Gemeinde und geht nach Barmen.
 00.12.1899  Wegen der gestiegenen Schülerzahlen der Rektoratschule wird im Neubau Fischer, In der Krim, heute: Gaststätte „Morsbachquelle“, ein Raum angemietet.
 00.12.1899  Wahl von Carl Isenbürger zum Pfarrer der lutherischen Gemeinde. Er bleibt bis 1916.
 00.12.1899  Das Toilettengebäude der katholischen Schule wird erneuert bzw. erweitert.
 00.12.1899  Vermutlich auf dem Gelände der vormaligen Färberei (Arnold) Dicke an der unteren Erbschlöer Straße gelegen, errichtet August Klüppelberg einen Färbereibetrieb. Der Boden gehört Carl Reinshagen sen. (1845-1914), der mit der Tochter von Arnold Dicke verheiratet ist.