Ronsdorfer Geschichte von 1725 bis 1749:

00.00.1726

Anna vom Büchel verkündet im Trancezustand, dass sie und Elias Eller ausersehen seien, das neue Zion zu errichten und dass sie als „Zionsmutter“ den wieder auferstehenden Messias empfangen werde. Elias Eller nimmt sie in sein Haus auf und schließt mit ihr eine „eheliche Verlobung“, obwohl er noch verheiratet ist.

00.00.1727

Die Interessenten der Heidter Rotte kaufen von den Eheleuten Johann Heyder und Cath. Honsberg ein so genanntes „Cöttchen“ (kleines Gebäude) als Schullokal. Es lag zwischen dem Anwesen der Familie Röser und der früheren Wirtschaft Dorfmüller. Zur Deckung der Kosten wird eine Subscription eröffnet und Kollekten veranstaltet. Der Schulbezirk umfasst die Hofschaften Westen, Grund, Spelsberg, Clarenbach, Farrenbrack, Birgden, Halbach, Mühl, Graffen, Bocksberg, Ronstorp, Stall, Baur, Huckenbach, Heydt, Schmittenberg, Heysiepen, Oellingrath, Erbschlö.

18.01.1728

Dreizehn lutherische Einwohner Ronsdorfs einigen sich, dass sie das Geld für den Bau einer neuen Schule aufbringen wollen. Die Schule soll bei „Wimber Haßen Kamps Hof“ stehen.

00.00.1728

Erwähnung einer lutherischen Winkelschule am Boxberg.

00.00.1728

In der Hofschaft Erbschlö gibt es 119 schatzpflichtige Einwohner, davon 12 in Ronsdorf.

Um 1730

Die Hofschaft Ronsdorf bestehtr aus dem eigentlichen Hof Ronsdorf dem Blombachhof, dem Zandershof und dem Königshof. Die auf letzerem lebende Familie König ging in erster Linie dem Gewerbe der Messermacher nach.

1730/1731

In diesen beiden Jahren werden Johannes Bolckhaus, Jacob Bolckhaus, Arnold Bolckhaus, Pastor Hermann Adolf Jansen und die Eltern von Anna vom Büchel in die Elberfelder Societät aufgenommen.

11.09.1732

Pastor Daniel Schleyermacher wird in die Elberfelder Societät aufgenommen.

17.08.1733

Tod der ersten Ehefrau Ellers, Katharina.

26.01.1734

Elias Eller heiratet Anna vom Büchel.

04.07.1734

Geburt von Ellers Sohn Benjamin, des „Königs von Zion“, der aber schon 1735 verstirbt.

00.00.1735

Die wenigen Katholiken, die in der Honschaft Erbschloe leben, gehören offiziell zur Lenneper Pfarrei. Eine katholische Kirchengemeinde in Lüttringhausen existiert nicht mehr.

00.00.1737

Unter Leitung von Elias Eller zieht die in Elberfeld um die Prophetin Anna vom Büchel formierte philadelphische Sozietät „der Zioniten“ mit 12 Familien (lt. Wülfrath) in das „Neue Zion“ nach Ronsdorf. Um die dortigen vier Höfe, die zur Honschaft Erbschloe gehören, entsteht die Siedlung Ronsdorf. Die Zeit der Textilverarbeitung beginnt. Elias Eller gründet eine Flock- und Florettbandwirkerei.

00.00.1737

Elias Eller kauft von seinem Bruder Samuel ein Fünftel des elterlichen Besitzes in Ronsdorf und lässt den dazu gehörigen Schulte-Klosters-Busch (im Bereich der heutigen Elias-Eller-Straße) ausroden, um Bauland zu schaffen.

Diese Häuser an der Elias – Eller – Straße, von denen
das untere wegen Baufälligkeit abgerissen werden musste,
wurden von Elias Eller auf dem „Neuen Land“ gebaut und
gehören zu den ältesten Häusern Ronsdorfs.

1737/1738

Elias Eller erbaut am Anfang der heutigen Marktstraße (Klein’s Ecke) sein Wohnhaus, die „Stiftshütte“, die Mittelpunkt der Stadt werden soll.

Haus Elias Ellers an der Klein´s Ecke.
Es wurde 1940 ausw verkehrstechnischen Gründen abgerissen.

20.02.1737

Der Prediger Petrus Wülfing wird in die Ellersche Societät aufgenommen.

04.08.1739

Prediger Johann Heinrich Rudenhaus wird in die Ellersche Societät aufgenommen.

00.00.1740

Lehrer Neuhaus, Privatlehrer der Lutheraner in Ronsdorf, wird von den Reformierten vertrieben, da sie keine lutherische Schule dulden wollen.

04.08.1741

Jacob Bolckhaus überreicht in Mannheim dem Churfürsten die Bittschrift der reformierten Ronsdorfer zur Konzession einer eigenen Gemeinde.

23.10.1741

Churfürst Carl Philipp erteilt den Reformierten in Ronsdorf mit dem Exercitium religionis officinalis die Erlaubnis zur öffentlichen Religionsausübung (Gemeindegründung), eine Kirche zu bauen und einen Prediger zu berufen.

27.11.1741

Gründung der reformierten Kirchengemeinde Ronsdorf.

10.12.1741

Die reformierte Kirchengemeinde wählt Daniel Schleyermacher zu ihrem Prediger.

11.12.1741

Inspektor (heute Superintendent) Ovenius stellt Daniel Schleyermacher den Berufungsschein als Pastor der reformierten Kirchengemeinde aus.

17.12.1741

Pastor Daniel Schleyermacher hält seine Abschiedspredigt in Elberfeld.

18.12.1741

Einzug des neuen Pastors Daniel Schleyermachern in Ronsdorf.

Dieses Haus an der Ecke Breite Straße / Elias Eller Straße,
das beim Luftangriff 1943 zerstört wurde, gehörte Pfarrer
Daniel Schleyernacher. Hier fanden auch die ersten
Gottesdienste derReformierten Gemeinde statt.

24.12.1741

Einführung von Daniel Schleyermacher als erstem Pastor der reformierten Kirchengemeinde durch den Cronenberger Pastor Ovenius. Erster reformierter Gottesdienst im Hause Schleyermachers Ecke Breite Straße/Elias-Eller-Straße. Wahl des ersten Konsistoriums (heute: Presbyterium). Die Wahl der Konsistorialen erfolgt für ein bzw. zwei Jahre (je zur Hälfte). Gewählt werden: Elias Eller als Kirchmeister (für ein Jahr), Peter Scheidemacher als Scholarch, Abraham Eller als Provisor, Andreas Steinbach als „Substitutus Provisorii“ und Kirchenältester, Jacob Bolckhaus und Caspar Bosselmann als Kirchenälteste.

25.12.1741

Die Namen der in das Konsistorium gewählten Mitglieder werden der Gemeinde bekannt gegeben.

26.12.1741

Das Konsistorium wird nach der Kirchenordnung bestätigt.

27.12.1741

Auf der ersten Sitzung des Konsistoriums wird beschlossen, Konsistorialgesetze (Satzungen) zu erlassen. Vermutlich wurde mit der Gründung der reformierten Gemeinde auch die erste Pfarrschule eingerichtet.

00.12.1741

Richter Siegen aus Beyenburg berichtet an die Regierung in Düsseldorf über die Entwicklung Ronsdorfs. Nach seinen Angaben haben sich dort zwischen 20 bis 30 Familien angesiedelt.

08.01.1742

Pastor Daniel Schleyermacher legt dem Konsistorium den Gesetzesentwurf (Satzungsentwurf) vor, der angenommen wird.

09.01.1742

Johann Sebastian Linder wird als Lehrer und Küster berufen.

02.03.1742

Erste Beerdigung auf dem reformierten Friedhof, der sich dort befand, wo später der Schulhof der reformierten Schule war.

29.03.1742

Grundsteinlegung zum reformierten Gemeindehaus.

00.04.1742

Die Bergische Synode zu Düsseldorf bewilligt die von Pastor Schleyermacher beantragte Kollekte zum Aufbau der Ronsdorfer Gemeinde.

30.05.1742

Tod von Lehrer Linder.

30.06.1742

Peter Sieben wird Nachfolger von Lehrer Linder an der reformierten Schule. Er nimmt gleichzeitig und bis 1770 die Aufgabe des Küsters wahr.

02.09.1742

Letzte Predigt im alten Versammlungshaus Ecke Breite Straße/Elias-Eller-Straße.

05.09.1742

Fertigstellung der ersten reformierten Kirche als Kirch- und Schulhaus.

00.00.1742

Bau des Jasperskotten im Gelpetal.

29.04.1743

Churfürst Carl Theodor erteilt der reformierten Gemeinde die Genehmigung zur Abhaltung einer Kollekte zum Bau eines Kirchhauses.

13.11.1743

Tod von Anna vom Büchel, der zweiten Frau Elias Ellers.

12.12.1743

Gesuch der reformierten Ronsdorfer an den Churfürsten Carl Theodor, Ronsdorf Stadtrechte zu verleihen, der seinerseits den Geheimen Rat von Robertz mit der Prüfung des Gesuches beauftragt. In dem Gesuch wird erwähnt, dass Elias Eller eine Fabrik hat, von der mehrere hundert Menschen erhalten werden. Weiter wird um das Privileg gebeten, das Zunftwesen selbstständig regeln zu dürfen.

19.12.1743

In Ronsdorf und der Honschaft Erbschlö wird in Zusammenhang mit dem österreichischen Erbfolgekrieg bis zum 10.04.1744 ein kaiserlich-österreichisches Kürassierregiment einquartiert.

00.00.1743

Die Florettseide, die Rohstoff für die Bandwirkerei ist, wird aus Bergamo eingeführt , in Ronsdorf und im bergischen Raum in Heimarbeit versponnen, aber ausschließlich in Ronsdorf gefärbt. Größtenteils erfolgt auch die Verarbeitung zu Bändern in Ronsdorf.

00.00.1743

Auf der Generalsynode werden Klagen über die Abweichung der Ronsdorfer vom rechten reformierten Bekenntnis laut.

00.00.1743

Weber Johannes Herbergs (1717-1789) zieht aus Waldniel in das „Städtchen Zion“, wählt Elias Eller zum ersten Bürgermeister Ronsdorfs mit und wird Mitglied des Magistrats und des Konsistoriums (Presbyterium) der reformierten Kirchengemeinde. Dreimal reist Herbergs über den Atlantik nach New York und Pensylvanien. Dort unterzeichnet er 1779 als Ratsmitglied „John Herbergs“.

1743-1746

Der größte Zuzug scheint zwischen 1743 und 1746 gewesen zu sein. In dieser Zeit werden auf dem „neuen Land“ (untere Barmer Straße, heute Elias-Eller-Straße) etwa 20 Häuser neu erbaut.

25.01.1744

Die Ronsdorfer wenden sich an den preußischen König mit der Bitte, sie bei ihren Bemühungen um die Erlangung der Stadtrechte zu unterstützen.

19.05.1744

Richter Fabritius spricht sich gegen die Erteilung der Stadtrechte an Ronsdorf aus, da dies seinen eigenen Interessen entgegen steht.

11.07.1744

Der Geheime Rat von Robertz berichtet über die Gerüchte einer „abwegigen Religion“ in Ronsdorf, die sich aber nicht bewahrheiten.

27.07.1744

Von Robertz wird beauftragt, Informationen über die Ronsdorfer „religiöse Schwärmerei“ einzuziehen, kann aber nichts ermitteln.

00.07.1744

Aufgrund einer zweiten Eingabe der Ronsdorfer an den preußischen König vom Juni 1744 wird der Churfürst ersucht, der Bitte der Ronsdorfer stattzugeben.

00.09.1744

Die Ronsdorfer wiederholen ihre Bitte um Erteilung der Stadtrechte.

09./18.01.1745

Nach einem Protokoll, das von Robertz erstellt hat, sind die Einwohner der Honschaft nicht bereit, sich an den Kosten, die durch die Erteilung der Stadtrechte an Ronsdorf entstehen könnten, zu beteiligen.

24.01.1745

Wahl von Johann Weinbeck zum „lateinischen Rektor“ der geplanten privaten Lateinschule.

01.02.1745

Eröffnung der neu gegründeten Lateinschule.

00.03.1745

Nochmaliger Vorstoß der Ronsdorfer, die Stadtrechte zu erhalten.

08.04.1745

Der Churfürst erklärt, nicht abgeneigt zu sein, Ronsdorf die Stadtrechte zu verleihen und beauftragt den Geheimen Rat von Robertz mit dem Entwurf einer „concessio“.

05.06.1745

Von Robertz macht in seinem Bericht Bedenken gegen eine Bevorzugung der Reformierten bzw. der Benachteiligung anderer Glaubensgemeinschaften geltend.

07.07.1745

Petrus Wülfing wird zum zweiten Pastor der reformierten Gemeinde berufen und amtiert bis 1765.

08.07.1745

Auch die Franziskaner in Lennep wenden sich offensichtlich aus religiösen Gründen gegen die Erteilung der Stadtrechte an Ronsdorf, werden aber mit dem Hinweis zurück gewiesen, dass die religiösen Belange hinreichend berücksichtigt seien.

02.08.1745

Die preußische Regierung erinnert den Churfürsten noch einmal an die Erledigung des Ronsdorfer Antrages.

03.08.1745

Petrus Wülfing wird als Mitglied der Classics aufgenommen.

13.12.1745

Mit churfürstlichem Rescript – Carl Theodor ist Landesherr – werden Ronsdorf die Stadtrechte verliehen. Die neue Stadt erhält zugleich eine eigene Gerichtsbarkeit. Die Sitze von Magistrat und Schöffen sollen nach konfessioneller Parität besetzt werden.. Die Stadt Ronsdorf und die Honschaft Erbschlö (aus dem Amt Beyenburg kommend) werden zivilrechtlich aus dem Bezirk des Gerichtes Lüttringhausen gelöst.

13.12.1745

In einer zweiten Verfügung gewährt Churfürst Carl Theodor der neuen Stadt Ronsdorf das Recht, zwei Jahrmärkte abzuhalten, den ersten am Tag nach Pfingstdienstag, den zweiten zu St. Martin (11.11.). Voraussetzung ist, dass es keine Schwierigkeiten mit Terminen anderer benachbarter Orte gibt.

13.12.1745

Als drittes wird der Stadt Ronsdorf mit gewissen Einschränkungen das Recht der eigenen Steuererhebung für die Stadt und die Honschaft Erbschlö gewährt.

Erste Seite der Urkunde, mit der
Ronsdorf die Stadtrechte verliehen wurden.

21.12.1745

Petrus Wülfing wird zum Königlich-Preußischen Konsistorialrat ernannt.

00.00.1745

Der Honschaft Erbschlö und Ronsdorf wird eine Kriegs-Contribution von 1.446 Rthlr. und 10 Albus auferlegt. Mit Hinterlegung dieses Betrages wurde der Bevölkerung ein Freibrief ausgestellt.

31.12.1745

Zwischen 1739 und 1745 wächst Ronsdorf jährlich um durchschnittlich 9 bis 10 Häuser. Sie werden unregelmäßig um das Haus Ellers errichtet. So entstehen bis 1745 die Anfänge der Marktstraße (1738), der Neustraße (heute Elias-Eller-Straße) (1739), der Breite Straße (1739), der Färberstraße (heute oberer Teil der Staasstraße) (1739), der Düsseldorfer Straße (heute oberer Teil der Breite Straße ) (1741), und der Churfürstlichen Straße (heute Kurfürstenstraße) (1745).

14.01.1746

Aushändigung der Urkunde über die Erteilung der Stadtrechte an den Ronsdorfer Beauftragten Johann Arnold Klockenbrink.

15.01.1746

Aufstellung der Vorschlagsliste für die Mitglieder des Magistrats und der Schöffen mit Unterschrift aller Ronsdorfer Einwohner (erste Einwohnerliste).

21.01.1746

Die Ronsdorfer senden ein Dankschreiben an den Churfürsten und fügen gleichzeitig die Vorschlagsliste für den Magistrat und die Schöffen bei.

26.01.1746

Die Gemeinde bittet um Genehmigung der eingereichten Vorschlagsliste.

25.02.1746

Die Ronsdorfer werden durch den Beauftragten des Churfürsten, Graf von Schaesberg, darauf hingewiesen, dass die eingereichte Liste der vorgeschlagenen Magistratsmitglieder nicht den Bestimmungen der Concessio entspreche und aufgefordert, einen neuen Vorschlag zu machen.

03.03.1746

Nachdem die Ronsdorfer wiederum den preußischen König um Unterstützung gebeten haben, bittet dieser den Churfürsten, die Ronsdorfer Vorschläge zu akzeptieren.

00.00.1746

In Ronsdorf leben 200 männliche, erwachsene Einwohner, davon 111 in der Stadt und 89 in der Honschaft. In Ronsdorf wohnen keine, in der ganzen Honschaft Erbschlö sechs Katholiken. 1746 werden in der Gewerbeliste für Ronsdorf und die Honschaft Erbschlö von insgesamt 201 Gewerbetreibenden 13 Kaufleute und 19 als Kaufmann und Handelsmann bezeichnete Gewerbetreibende genannt, was die Bedeutung des Handels in den Gründungsjahren Ronsdorfs zeigt. Weiter weist die Liste 5 Fabrikanten aus. Im Bereich der Textilverarbeitung sind 29 und in der Eisenverarbeitung 23 Gewerbetreibende tätig.

04.02.1747

Die wiederholten Eingaben der Stadt Ronsdorf, die Beschränkungen in der Erhebung von Steuern aufzuheben, werden aufgrund eines Gutachtens der Kommissare von Robertz und Douven abgelehnt.

11.02.1747

Bestätigung der Vorschlagsliste über die Magistratsmitglieder und Schöffen durch den Churfürsten und damit Wahl der Ratsmitglieder. Ernannt werden Elias Eller zum Bürgermeister, Johann Caspar Bosselmann als Richter, Johann Arnold Klockenbrink als Stadt-Rentmeister. Magistratsmitglieder: Johann Bolckhaus, Phillipp Teschemacher, Johann Heinrich Engels, Andreas Steinbach,Johann Schüller, Leonhard Closmann, Engelbert Werth, Johann Arnold Klockenbrink, Johann Jacob Steinhaus. Schöffen: Elias Eller, Johann Caspar Bosselmann, Jakbo Bolckhaus, Peter Scheydemacher, Arnold Bollenberg, Johann Werner Knevels, Johann Windgassen. Stadt- und Gerichtsschreiber: Arnold Herx. Bei den gewählten Ratsmitgliedern und Schöffen handelt es sich ausschließlich um reformierte Handels- und Kaufleute. Aus diesem Grund wird die Bestätigung nur unter der Auflage erteilt, dass bei Nachwahlen die beiden anderen Konfessionen angemessen berücksichtigt werden.

18.02.1747

Als Stadt- und Gerichtsbote wird Kaspar Wülfrath bestätigt.

00.03.1747

Die Eheleute Johann Hilbertz (an anderer Stelle „Hilperts“) schenken an der heutigen Linde ein Grundstück zum Bau einer Schule.

02.03.1747

Vereidigung Elias Ellers als erstem Ronsdordfer Bürgermeister, des Magistrats und der Schöffen.

03.03.1747

Erste Versammlung der Ronsdorfer Bürgerschaft. Vorstellung von Magistrat und Schöffen.

03.03.1747

Die „Meistbeerbten“ von Marscheid beschließen, aus den gemeinsamen Waldungen das Holz zum Baum einer Schule an der Linde zur Verfügung zu stellen. Das Gebäude soll gleichzeitig Versammlungsraum für gemeindliche Versammlungen sein. Das noch erforderliche Geld wird durch eine Kollekte bei den Interessenten der Schule aufgebracht.

11.03.1747

Erster Gerichtstag in Ronsdorf. Er findet in Ermangelung eines anderen Gebäudes im Lokal des Wirtes Johann Spendick statt. Die künftigen, alle vierzehn Tage stattfindenden Gerichtstermine werden in den nächsten drei jahren ebenfalls in diesem Wirtshaus abgehalten.

28.04.1747

Bestellung von Grambusch zum ersten Prokurator legatis (Rechtsanwalt) beim Ronsdorfer Gericht.

29.06.1747

Der Stadt Ronsdorf wird das Recht eingeräumt, die zum Bau benötigten Grundstücke dem Eigentümer „gegen Erlegung der Halbscheid über das verlangte pretium“ zu entziehen.

24.07.1747

Richter Fabritius mahnt, den Wegebau Ronsdorf/Elberfeld zu betreiben.

02.08.1747

Churfürst Carl Theodor und seine Gemahlin Elisabeth Auguste besuchen Ronsdorf und erleben auf dem Scheibenfeld zwischen der heutigen Elias-Eller-Straße und der Kurfürstenstraße ein Fest zu Ehren des Landesherrn, das als erstes Schützenfest in die Chronik eingeht. Als Gründungsjahr der Ronsdorfer Schützengesellschaft wird 1740 angenommen.

19.08.1747

Elias Eller erhält vom Churfürsten ein Personal-Freiheits-Patent, womit er von allen Reallasten befreit wird.

06.04.1748

Laut churfürstlicher Urkunde vom 06.04.1748 wird die Halbacher- oder Leyermühle (Kameralmühle) an die Stadt Ronsdorf in Erbpacht übergeben. Die Pacht beträgt zunächst 225 Rthlr., die Pachtdauer wird vorläufig auf 25 Jahren festgesetzt. Der Kameralzwang umfasst laut Urkunde das ganze Kirchspiel Lüttringhausen. Den Ronsdorfern wird außerdem der Bau einer Wasser- oder Windmühle, aber ausschließlich für eigene Zwecke, gestattet.

03.08.1748

Friedrich der Große ordnet die Zulassung Petrus Wülfings zu den Sitzungen der Generalsynode an.

00.00.1748

Die Ronsdorfer Mesermacher machen die gleichen Vorrechte und Privilegien wie die Solinger Zunftgenossen geltend.

00.00.1749

Zwischen Ronsdorf und der Honschaft Erbschlö bricht ein Streit bzgl. der Verteilung der Steuer- und Kriegslasten aus, der erst 1779 durch einen Vergleich beigelegt wird.

27.01.1749

Unter diesem Datum wird eine „Häusertaxe zur Besteuerung der Stadt und der Erbschlöer Honschaft“ erstellt, deren Richtigkeit durch Unterschrift von Bürgermeister Johann Schüller, fünf Ratsverwandten und fünf Schöffen bestätigt wird. Danach befinden sich neben anderen Gebäuden in der Stadt 72 und in der Honschaft 144 Wohnhäuser.

19.02.1749

Ronsdorf erhält vom Churfürsten die Genehmigung, entweder auf einer eigenen Waage oder auf der des Mühlenpächters wiegen zu lassen.

20.02.1749

Johann Bolckhaus schlägt dem preußischen König Elias Eller als Residenten vor.

17.03.1749

Elias Eller wird vom preußischen König zum „Agenten und Vorsteher der protestantischen Glaubensgenossen in den jülichschen und Bergischen Landen“ ernannt.

21.05.1749

Nach Ernennung Ellers zum preußischen Agenten hat die churfürstliche Regierung in Düsseldorf Bedenken, Eller im Amt eines Schöffen zu belassen und erteilt Weisung, Elias Eller aus dem Schöffenamt zu entlassen. Auf Vorstellung des Rates wird die Entscheidung aber am 19.06.1749 zurück genommen.

01.06.1749

Pastor Daniel Schleyermacher greift Elias Eller von der Kanzel aus an.

05.06.1749

Schleyermacher wird das Predigen und die Vornahme von Amtshandlungen in Ronsdorf von mehreren Deputierten untersagt.

07.06.1749

Sämtliche Bücher und Schriftstücke, welche die Gemeinde betreffen, werden aus Schleyermachers Haus entfernt.

11.06.1749

Erteilung der endgültigen Genehmigung zur „Bebauung in gerader Linie“ und zur Enteignung der erforderlichen Baugrundstücke.

11.06.1749

Auf Antrag der Stadt Ronsdorf ergeht eine Verfügung, dass der Weg von Düsseldorf nach Elberfeld über Dorn, Ronsdorf nach Wipperfürth „aus gemeinen Landesmitteln“ sofort weiter geführt werden solle.

14.06.1749

Nachdem sowohl Pastor Schleyermacher als auch die reformierte Gemeinde ihre Klagen bei der Regierung in Düsseldorf vorgetragen haben, wird Religionskommissar Vicekanzler Knapp mit seiner Truppenabteilung von 50 Männern zur Untersuchung und Beilegung der inneren Gemeindestreitigkeiten nach Ronsdorf entsandt. Es wird ein Vergleich geschlossen, wonach Schleyermacher gegen Zahlung von 5.000 Taler auf sein Amt und das Haus in Ronsdorf verzichtet.

22.06.1749

Erster katholischer Gottesdienst nach der Reformation in Ronsdorf.

30.06.1749

Wahl von Johann Heinrich Rudenhaus aus Ratingen zum Pastor der reformierten Gemeinde.

15.09.1749

Elias Eller heiratet Witwe Bosselmann.

00.00.1749

Johannes Schüller wird Bürgermeister von Ronsdorf.

00.00.1749

Erster Postbote in Ronsdorf berufen. Zwischen der Stadt Ronsdorf und der Erbschlöer Honschaft gibt es Streitigkeiten wegen der Entschädigung dieses Boten.

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